Gefälschtes Telefon war gestohlen

Ennepetal/Schwelm..  Ist der 23-jährige Klutertstädter ein Betrüger, ein Hehler oder gar nichts von beidem? Ein paradoxes Verfahren gegen den jungen Ennepetaler fand nun vor dem Schwelmer Strafgericht statt. Hehlerei lautete der Vorwurf diesmal.

Fakt ist: Der angeklagte Angestellte einer Pizzeria kaufte im Juli 2014 für 200 Euro von einem Kunden ein „Samsung Galaxy S 5“. Für 409 Euro verkaufte er es schließlich weiter. Es stellte sich heraus, dass es sich um einen so genannten „Fake“, also um eine Fälschung handelte. Sowohl Kauf, als auch Verkauf bestritt der 23-Jährige nie, und geriet ins Fadenkreuz der Staatsanwaltschaft.

Erste Ermittlung: Verstoß gegen das Markengesetz sowie Betrug, weil der junge Mann gewusst habe, gefälschte Ware weiter verkauft zu haben. Damit dieses Verfahren eingestellt wird, muss der Ennepetaler dem Käufer die 409 Euro zahlen, zusätzliche 400 Euro gehen an die Staatskasse. Ersteres ist nachweislich geschehen.

Richter setzt Verfahren zunächst aus

Doch die Staatsanwaltschaft präsentierte nach der Einstellung ein zweites Ermittlungsergebnis und erhob erneut Anklage: Der 23-Jährige wisse nicht von der Fälschung, aber müsse wissen, dass es sich wegen des niedrigen Ankaufspreises um Diebesgut gehandelt habe.

Der Vorsitzende Richter, Bastian Cardue, dazu: „Die nachgeschobene Anklage der Staatsanwaltschaft mag rechtlich völlig richtig sein. Ich empfinde sie allerdings als unredlich, weil bereits eine Geldbuße verhängt wurde. Erst sagt die Staatsanwaltschaft, der Angeklagte wusste, es ist eine Fälschung, dann heißt es, er wusste es nicht und wurde zum Hehler.“

Letztlich setzte der Vorsitzende das Verfahren zunächst aus und vertagte. Vermutlich wird das neuerlich anhängige Verfahren gegen den 23-Jährigen ohne Auflagen eingestellt.