Gefährlicher Verkehr auf Lindenbergstraße

Paul-Martin Belitz hält die Verkehrssituation auf der Lindenbergstraße für gefährlich. Ein Vorschlag zur Verbesserung lautet: Die erlaubte Geschwindigkeit auf Tempo 20 drosseln.
Paul-Martin Belitz hält die Verkehrssituation auf der Lindenbergstraße für gefährlich. Ein Vorschlag zur Verbesserung lautet: Die erlaubte Geschwindigkeit auf Tempo 20 drosseln.
Foto: WP

Schwelm..  Auf unhaltbare und gefährliche Zustände auf der Lindenbergstraße weist Anwohner Paul-Martin Belitz hin. Die schmale und sehr steile Anliegerstraße werde immer wieder als schnelle Abkürzung missbraucht. Alles, was bisher dagegen getan wurde, reiche nicht aus. Es müsse dringend etwas geschehen, fordert der Familienvater.

Das Thema ist nicht neu. Das weiß Paul-Martin Belitz inzwischen aus Gesprächen mit den Nachbarn. Als er im vergangenen November mit seiner Frau und den beiden Kindern (1 und 3 Jahre alt) ins Haus an der Lindenbergstraße einzogen, gingen sie jedoch davon aus, in eine ruhige Anliegerstraße zu ziehen. Von wegen.

Berufsverkehr ab 6 Uhr morgens

Morgens ab 6 Uhr rolle der Berufsverkehr über die Lindenbergstraße, erzählt Belitz. Zwischen 7 und 9 Uhr seien es besonders viele Fahrzeuge. Das gleiche Spiel dann am Nachmittag zwischen 16.30 und 18.30 Uhr. „Wir haben mal nachgemessen und kamen auf etwa 2000 Fahrzeuge am Tag“, berichtet er. Das sei ziemlich genau die Zahl, die es mal bei einer Messung in der Vergangenheit gegeben haben soll, erzählt Belitz.

„Die Situation ist mehr als grenzwertig“, beklagt der Familienvater. Die schmale, kurvige Straße sei für ein solches Verkehrsaufkommen überhaupt nicht geeignet. Zwar ist die Lindenbergstraße auf dem Abschnitt seit Jahren als 30er-Zone ausgeschildert. Doch wer von oben kommt, hält sich kaum ans Tempo. Die Straße hat eine Steigung von gut 17 Prozent.

Hinzu kommt die schmale Fahrbahn mit dem Bürgersteig auf nur einer Seite. Immer wieder komme es zu brenzligen Situationen, berichtet Paul-Martin Belitz. Entgegenfahrende Autofahrer würden sich anhupen, weil keiner halten oder ausweichen will. Oder sie würden mit ihrem Fahrzeug kurzerhand auf den Bürgersteig ausweichen. Der Anwohner spricht von zunehmend aggressiven Fahrverhalten. Beschimpfungen seien an der Tagesordnung. Ein Autofahrer habe seine Nachbarin kürzlich mit „Schlampe“ beleidigt.

Täglich Angst um die Kinder

Belitz wohnen auf der Seite ohne Bürgersteig. Ihr Pkw kann vorm eigenen Haus nur so abgestellt werden, dass die Familie zum Einstieg ins Auto zwingend auf die Fahrbahn treten muss. Sie würden schon immer vorsichtig an den Sträuchern vorbeischauen, ob in dem Moment bloß kein Auto kommt. Paul-Martin Belitz ist überzeugt: Wer nicht gerade ganz langsam vorbeifährt, hat überhaupt keine Chance mehr, seiner Familie oder anderen Passanten noch auszuweichen. „Ich habe täglich Angst um meine Kinder.“

Die Lindenbergstraße ist zwischen Gevelsberger Straße und Scharlicker Straße als Anliegerstraße ausgeschildert. Durchfahrt für alle anderen also verboten. Belitz kann aber nachvollziehen, warum sich soviele nicht daran halten: „Das ist eine schnelle Abkürzung zwischen Gevelsberg und Schwelm beziehungsweise Ennepetal.“ Genutzt werde sie auch von vielen Transportern und Sprintern aus dem Gewerbegebiet rund um die Prinzenstraße. In letzter Zeit rollten auch DHL-Sprinter durch die Straße. Die Kontrollen der Polizei zeigen dem Familienvater zufolge keine Wirkung: „Sie kontrollieren wirklich oft. Aber die Situation hat sich nicht verbessert“.

Schreiben an Stadt und Polizei

All seine Sorgen und die Gründe dafür hat der 32-Jährige gebündelt und mitsamt mehrerer Fotos, die die Situation abbilden, an Kreispolizei und Stadt Schwelm geschickt. Er bittet die Behörden zu überdenken, ob die erlaubte Geschwindigkeit auf dem betroffenen Abschnitt auf 20 km/h abgesenkt werden kann. Er wünscht sich mehr und längere Kontrollen und noch deutlichere Verkehrshinweise an die Autofahrer, wie beispielsweise Geschwindigkeitsanzeigen oder einen Plastik-Polizisten, so wie er an der Frankfurter Straße steht.

Die Kreispolizei teilte auf Nachfrage mit, dass dies eine planungsrechtliche Aufgabe sei und damit in den Zuständigkeitsbereich der Stadt falle. Sie würde aber weiter und im Rahmen ihrer Möglichkeiten Kontrollen an der Lindenbergstraße durchführen. Seitens der Stadt war am Freitagnachmittag keine Stellungnahme zu bekommen.