Gedrucktes Wort hat eine Zukunft

Sicherlich, man kann den Fortschritt nicht zurückdrehen. Die alten Meister wie Goethe, Schiller oder Lessing werden an Bedeutung verlieren, die neuen Medien die Gewinner sein. Aber: Muss eine Stadtbücherei deshalb auf die elektronische Welt reduziert werden? Hat das Buch ausgedient?


Ganz deutliche Antwort: Nein! Das auf Papier geschriebene Wort bringt den Menschen über seine Grenzen hinaus. Es beflügelt ihn, in seiner Fantasie neue Welten zu entdecken und erweitert das Wissen. Das können elektronische Medien auch, aber sie fordern zur Eile, zur Hetze, zur Austauschbarkeit, zur Ungenauigkeit, zur Beliebigkeit auf. Das Buch hingegen stoppt den Stress, es gibt dem Gehirn die Zeit in Ruhe nachzudenken und bringt ihm bei, Konsequenzen zu bedenken. Deshalb gibt es an Grundschulen auch Lesehelfer statt Computerexperten als ehrenamtliche Helfer.


Ich habe noch Hoffnung für das auf Papier geschriebene Wort. Nicht nur, weil ich für eine Zeitung schreibe. Seit auf Gewinn angewiesene Discounter-Ketten in ihren bunten Prospekten wieder Bücher anpreisen und Internet-Händler mir ihre gedruckten Broschüren mit der Post ins Haus schicken, bin ich mir sogar sicher. Das ist nämlich so, als wenn Sie den Frikadellen-König McDonald’s dabei erwischen, wie er eine Bratwurst bestellt.