Gebündelte Hilfe im Kampf gegen Inkontinenz

Es tut sich was im Helios-Klinikum. Unter anderem wurde auch der Schockraum in der Notfallaufnahme neu zertifiziert. Von links: Chefarzt Dr. Carsten Meibaum, Oberarzt Dr. Matthias Arnhold, Kliniksprecherin Sandra Lorenz und Geschäftsführerin Kirsten Kolligs
Es tut sich was im Helios-Klinikum. Unter anderem wurde auch der Schockraum in der Notfallaufnahme neu zertifiziert. Von links: Chefarzt Dr. Carsten Meibaum, Oberarzt Dr. Matthias Arnhold, Kliniksprecherin Sandra Lorenz und Geschäftsführerin Kirsten Kolligs
Foto: WP

Schwelm..  Das Nicht-bei-sich-lassen-können ist entgegen weitläufiger Meinung kein Phänomen nur des Alters. Auch junge Menschen, beispielsweise Frauen nach der Schwangerschaft, leiden unter Inkontinenz. Die Ursachen sind vielfältig, weswegen eine Zusammenarbeit der medizinischen Disziplinen viel Sinn macht und erfolgsversprechend ist. Aus diesem Grund gibt es im Helios-Klinikum seit kurzem das neue Beckenbodenzentrum.

Hohe Dunkelziffer

Wieviele Menschen von Inkontinenz betroffen sind, sei gar nicht klar zu beziffern, erklärte der ärztliche Direktor des Helios-Klinikums, Dr. Ulrich Müschenborn. Die Dunkelziffer sei wahrscheinlich hoch – auch und vor allem, weil Inkontinenz für viele noch immer ein Tabuthema sei. Dr. Müschenborn ist überzeugt: „Wir können hier fast von einer Volkskrankheit reden.“

Dieser Volkskrankheit gilt nun die Arbeit des neuen Beckenbodenzentrums im Helios-Klinikums. Sie richtet sich an Patienten mit Harn- und Stuhlinkontinenz. Um die Diagnostik zu verbessern und die Effektivität der Behandlung zu steigern, wurden im Haus die Kompetenzen mehrerer Fachbereiche gebündelt. Dank der Zusammenarbeit von Urologie, Gynokologie, Proktologie und Viszeralchirurgie sei nun eine genaue Diagnose der Ursache und eine zielgerichtete Therapie der Funktionsstörungen möglich, wie Klinikum-Geschäftsführerin Kirsten Kolligs erklärte. Angedockt ans neue Beckenbodenzentrum sind auch die Gastroenterologie und die Geriatrie des Klinikums.

Die interdisziplinäre Arbeit des Beckenbodenzentrums erlaubt die verschiedensten Behandlungsmethoden. Von der konservativen Behandlung wie Beckenboden-Training und Bio-Stimulanz, über traditionelle OP-Methoden wie Bändchen-Kürzungen oder Eingriffe am Schließmuskel bis hin zu innovativen Methoden wie der sakralen Nervenstimulanz, einer Art „Herzschrittmacher“ für den Schließmuskel.

Das Helios-Klinikum hat für Interessierte und Patienten eine zentrale Rufnummer eingerichtet. Sie lautet 02336-48-1338.

Fachübergreifende Zusammenarbeit

Die fachübergreifende Zusammenarbeit ist für das Klinikum zukunftsweisend und zeigt an vielen Stellen im Haus erfreuliche Ergebnisse, wie zu hören war. So werde beispielsweise die vor einem Jahr gegründete Abteilung für Orthopädie hervorragend angenommen, so Geschäftsführerin Kirsten Kolligs. Das belegten die ca. 1200 stationären und ambulanten Fälle allein in diesem Bereich. „Und es läuft immer besser“, so die Geschäftsführerin.

Sie führt die Zahlen auf einen „guten Ruf“ der Abteilung zurück, der viel mit dem medizinischen Spektrum bis hin zur Fußchirurgie und einer „sehr leistungsfähigen Kinderfußchirurgie“ zu tun hat.

Erfolgreich aus Sicht des Klinikum läuft es auch beim Wirbelsäulenzentrum unter Leitung von Dr. Ralf Oliver Breuer. „Es wird immer besser angenommen“, berichtet Geschäftsführerin Kirsten Kolligs. Das Plus dieser Abteilung aus Sicht der Patienten: Notfälle im Wirbelsäulenbereich, beispielsweise nach Unfällen, können täglich und rund um die Uhr behandelt werden.

Ein gutes Beispiel interdisziplinärer Zusammenarbeit im Haus ist aus Sicht der Klinikleitung auch das Regionale Traumazentrum mit dem Spezialgebiet der Alterstraumatalogie. Hier wurde zum Wohle der Patienten die Kompetenz von Anästhesie, Chirurgie und Geriatrie vernetzt. Begleiterscheinungen bei OPs, die mit dem Alter zusammenhängen, würden nun besser erkannt und könnten gezielter vermieden werden. Dank des Zusammenspiels mit der Geriatrie könnten viele ältere Menschen nach einer OP ihre Mobiliät erhalten bzw. sogar zurückgewinnen. Mehr als 200 Patienten durchliefen im vergangenen Jahr die Abteilung.