Gast aus China überzeugt die Festival-Jury

Rund 60 Besucher kamen zum Wettbewerb im Rahmen des Gitarrenfestivals in Gevelsberg.
Rund 60 Besucher kamen zum Wettbewerb im Rahmen des Gitarrenfestivals in Gevelsberg.
Foto: WP

Gevelsberg..  Spannend wurde es am Dienstagabend. Im Ennepe-Finanz-Center der Sparkasse fand das Finale des Internationalen Wettbewerbs im Rahmen des Gevelsberger Gitarrenfestivals statt.

„Wir hatten 16 Anmeldungen. 13 Teilnehmer starteten im ersten Durchgang, sieben blieben für den zweiten und heute treten vier Teilnehmer im Finale an“, erläuterte Dagmar Tewes, Leiterin der ausrichtenden Musikschule. Den gestrengen Ohren der sechsköpfigen, hochkarätig besetzten Jury stellten sich zwei junge Damen und zwei Herren – 30 Minuten lang allein auf dem Podium mit ihrer Gitarre und fast 60 Zuhörern gegenüber. Die drückten allen die Daumen und durften kleine Griff-Fehler – anders als die Jury – einfach ignorieren.

Nelly von Alven (24) studiert bei Gerhard Reichenbach an der Musikhochschule Köln, Abteilung Wuppertal. Sie bezauberte mit energischem Zugriff und einem wahren Feuerwerk an Stilen und Melodien, etwa in Mauro Giulianis „Rossiniana Nr. 1“.

30-minütige Beratungen

Liying Zhu (23) kommt aus China, studiert ebenfalls an der MHS Wuppertal bei Alfred Eickholt. Sie wusste ungemein viele Klangfarben aus ihrer Gitarre zu zaubern und spürte den rhythmisch-vertrackten und melancholisch-entrückten Passagen im hinreißenden „Nocturnal“ op. 70 von Benjamin Britten mit kontrastreichem Spiel nach.

Am Voralberger Landeskonservatorium Feldkirch in Österreich studiert der aus Tschechien stammende Michal Svoboda (29). Seine Freude und große Musikalität sah man ihm bei seinem Auftritt geradezu an. Mit viel Ausdruck und spanischem Feuer spielte er etwa Antonio Josés „Sonata“.

Aus Japan stammt Mitsuaki Itani (29), der auch an der Kölner MHS bei Rupert Gehrmann studiert. Er fühlte sich bei Alberto Ginasteras einziger Gitarren-Sonate von 1976 in seinem Element und entlockte seinem Instrument alle geforderten Zupf- und Schlagtechniken und meisterte Perkussives, also das Klopfen, Schlagen oder Trommeln auf dem Gitarren-Korpus überzeugend.

„Eigentlich haben alle schon gewonnen“, sagte Dagmar Tewes, „denn die Vier haben das Finale erreicht.“ Die Jury kürte schließlich – nach 30-minütiger Beratung – Liying Zhu als Siegerin, gefolgt von Michal Svoboda und Nelly von Alven. Der erste Preis ist eine Meistergitarre aus der Werkstatt Curt Claus und Marc-Julian Voigt, an deren Herstellung die Gewinnerin teilhaben kann. Zweiter und dritter Preis sind Geldpreise in Höhe von 500 und 250 Euro. Wer im Publikum den Sieger richtig getippt hatte, nahm an einer Verlosung teil und konnte CDs und Sparkassen-Präsente gewinnen.