Gary Ryan übernimmt im kommenden Jahr die künstlerische Leitung

Gevelsberg..  Das Internationale Gitarrenfestival bekommt im kommenden Jahr einen neuen Künstlerischen Leiter. Der Engländer Gary Ryan übernimmt die Aufgabe für die nächsten zwei oder drei Jahre, wie Musikschulleiterin Dagmar Tewes beim Abschlussabend des Festivals mitteilte.

Ein renommierterer Vertreter der Gitarre lässt sich weltweit kaum finden. Der 45-Jährige wurde 1996 als einer der jüngsten Professoren an das Royal College of Music berufen, wo er derzeit am Gitarrenprogramm mitwirkt. Als Prüfer und Jurymitglied ist er in Großbritannien gefragt. Zudem hat er sich international eine Namen mit seinen innovativen Gitarrenkompositionen gemacht. Davon und von seinem beeindruckenden Können als Interpret konnten sich nicht zuletzt die Besucher der Meisterkonzerte in den vergangenen drei Jahren machen, in denen Gary Ryan bereits beim Festival mitwirkte.

Organisatoren ziehen positive Bilanz

„Er hat die dickste Position in Großbritannien, die man im Bereich der Gitarre haben kann. Und er bezeichnet Gevelsberg als sein Lieblingsfestival“, betont Hans Werner Huppertz, der in den vergangenen Jahren neben Dagmar Tewes das Festival in künstlerischer Hinsicht prägte. Huppertz, der Jury-Präsident für den Internationalen Wettbewerb bleiben wird, hatte schon bei seinem Antritt vor drei Jahren gesagt, dass es von Zeit zu Zeit einen Wechsel geben solle. „Er wird uns richtungsweisend bereichern“, ist sich Dagmar Tewes sicher, dass Gary Ryan dem Gitarrenfestival einige neue Impulse geben wird.

Die Bilanz der Organisatoren nun zu Ende gegangenen 15. Auflage fällt weitgehend positiv aus. Die Atmosphäre im Miteinander der Studenten und Dozenten aus aller Welt sei wie immer super gewesen. „Das liegt an der Gastgeberin und am uneitlen Miteinander“, meint Hans -Werner Huppertz. Eine Woche lang hatten die Gitarrenschüler in Meisterklassen und Workshops von den großen Meistern ihrer Zunft lernen können, sich mit neuer Literatur und nicht zuletzt den Instrumente der Gitarrenbauer Curt Claus und Marc-Julian Voigt befassen können.

Ein Misston in der harmonischen Woche war allenfalls der schwache Besuch der Crazy Guitar Night zum Auftakt des Festivals. Nur etwa 70 Zuhörer waren in der Erlöserkirche dabei (wir berichteten). Woran das gelegen habe, könne sie nicht sagen, so Dagmar Tewes. Vielleicht habe ein zugkräftiger Name gefehlt. Man werde in Klausur gehen und überlegen, was man für das kommende Jahr ändern könne. Mit Hans Werner Huppertz ist sich Dagmar Tewes aber einig, dass der gemeinsame Auftritt aller Dozenten im „All Star Ensemble“ sich etabliert habe. „Das ist gut für die Atmosphäre, das lässt gleich Dampf ab“, meint Hans-Werner Huppertz.