Gabriele Grollmann (55) kandidiert

Gabriele Grollmann (55), aktuell Ordnungsamtsleiterin in Münster soll für das Schwelmer Bürgermeisteramt kandidieren. Marcel Gießwein (Fraktionsvorsitzender Grüne), Oliver Flüshöh (Fraktionsvorsitzender CDU), Jürgen Kranz (Fraktionsvorsitzender SWG/BfS) und FDP-Parteivorsitzender Philipp Beckmann (von links) sind von ihr überzeugt.
Gabriele Grollmann (55), aktuell Ordnungsamtsleiterin in Münster soll für das Schwelmer Bürgermeisteramt kandidieren. Marcel Gießwein (Fraktionsvorsitzender Grüne), Oliver Flüshöh (Fraktionsvorsitzender CDU), Jürgen Kranz (Fraktionsvorsitzender SWG/BfS) und FDP-Parteivorsitzender Philipp Beckmann (von links) sind von ihr überzeugt.
Foto: WP

Schwelm.. Gabriele Grollmann (55), eine erwachsene Tochter, in einer Beziehung, parteilos, aktuell Ordnungsamtsleiterin bei der Stadt Münster – diese Eckdaten waren über Wochen das bestgehütete Geheimnis in der Stadt Schwelm. Nun ist raus, wen CDU, FDP, Grüne sowie SWG/BfS auf ihren Schild für die Bürgermeisterkandidatur heben wollen. Findungskommission sowie Fraktionsspitzen und Parteivorstände votierten bereits einstimmig für Gabriele Grollmann, am kommenden Montag sollen die Mitglieder dem Vorschlag folgen.

In Zeitung auf Anzeige gestoßen

Gestern schließlich berichtete die designierte Kandidatin ihrem aktuellen Arbeitgeber von der Kandidatur, weshalb eine Veröffentlichung erst für den heutigen Mittwoch freigegeben wurde.

Gabriele Grollmann setzte sich gegen 31 weitere Bewerber durch und hat durch Zufall von dem Ausschreibungsverfahren für den Kandidatenposten erfahren, als die gebürtige Bottroperin bei ihren Eltern war. „Ich war eigentlich überhaupt nicht auf Jobsuche, habe ja erst vor einem guten Jahr in Münster begonnen. Dann sah ich die Anzeige in der Tageszeitung“, erinnert sie sich. „Es hat mich sofort fasziniert, dass sich vier Parteien gemeinsam auf die Suche machen, um einen parteilosen Kandidaten zu finden“, erzählt sie, was den Ausschlag dafür gegeben hat, ihre Unterlagen einzureichen.

Ihre Vita passt auf das Profil, das die Fraktionsvorsitzenden Oliver Flüshöh (CDU), Marcel Gießwein (Grüne), Michael Schwunk (FDP) und Jürgen Kranz (SWG/BfS) ausgegeben hatten und das in erster Linie Verwaltungskompetenz vorsah. Gabriele Grollmann ist Diplom-Verwaltungswirtin, seit 1983 in der Kommunalverwaltung tätig und seit 1999 in Leitungs- und Führungsverantwortung – vor ihrer Stelle in Münster zuletzt in Gladbeck. Aktuell leitet sie die Allgemeine und Sonderordnungsbehörde, ist Vorsitzende und Sprecherin des Arbeitskreises Stadionsicherheit für Preußen Münster sowie Leiterin und Koordinatorin des operativen Arbeitskreises Jugendschutzhilfe.

Umzug nach Schwelm geplant

„Politisch bin ich allerdings ein unbeschriebenes Blatt“, sagt sie, lächelt und erläutert, warum sie dies als Vorteil bei ihrer Kandidatur wertet. „Die Schwelmer haben nun die Option, jemanden an die Spitze ihrer Stadt zu wählen, der nicht auf Partei x, y oder z hören muss. Ich finde das Projekt ,Gemeinsam für Schwelm’ großartig.“ Wie sehr sie bereits mit der Rolle der Kandidatin verhaftet ist, zeigt, dass sie beim Erzählen immer wieder in die „Wir“-Form verfällt und ganz klar sagt: „Im Falle einer Wahl ziehe ich selbstverständlich nach Schwelm.“

Weiß sie denn überhaupt auf was sie sich in der Kreisstadt einlässt? Schließlich gibt es stressfreiere Aufgaben. „Über inhaltliche Dinge und Herausforderungen möchte ich erst sprechen, wenn ich tatsächlich zur Kandidatin gewählt bin“, sagt sie. Gleichwohl sehe sie ihre Rolle im politischen Raum als Moderatorin, ihre Aufgabe sei es, belastende Situationen zu entschärfen und auf diesen Weg im Falle einer Wahl selbstverständlich auch die anderen Parteien mitzunehmen. Ihren Führungsstil beschreibt sie als „konfliktfrei, ziel- und teamorientiert.“ Zudem sei sie sehr kritikfähig und nicht mit irgendeinem Standesdünkel behaftet. „Ich lasse zwar eine große Nähe zu, werde aber in meinen Teams auch stets sehr respektiert.“

Bei den Politikern der vier Parteien herrschen Freude und Zuversicht, genau die richtige Kandidatin ins Rennen gegen SPD-Amtsinhaber Jochen Stobbe zu schicken.