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Fußgängerzone wird vorerst nicht gesperrt

24.01.2015 | 06:00 Uhr
Fußgängerzone wird vorerst nicht gesperrt
Die Fußgängerzone, hier die Marktstraße, bleibt vorerst schranken- und pollerfrei.Foto: Hartmut Breyer

Ennepetal. Die Fußgängerzone wird vorerst nicht durch Schranken oder Poller gegen unberechtigt einfahrende Fahrzeuge gesichert. Das beschloss der Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung in seiner jüngsten Sitzung einstimmig. Allerdings solle die Stadtverwaltung das Thema weiterhin im Auge behalten. Bevor teure Maßnahmen ergriffen würden, sei erst einmal abzuwarten, wie sich die Situation nach Eröffnung des Berlet-Marktes im kommenden Herbst entwickle, hieß es.

Die Verwaltung hatte aufgrund der hohen Zahl unberechtigt durch die Fußgängerzone fahrender Fahrzeuge vorgeschlagen, Wegsperren einzubauen. So sollten Fußgänger besser geschützt und die Funktion des Bereichs als Fußgängerzone aufrecht erhalten werden.

Situation soll beobachtet werden

Das solle als Hilferuf verstanden werden, erklärte Fachbereichsleiter Stephan Langhard. Bei einer Messung im Zeitraum vom 26. November bis 3. Dezember im Bereich des Hauses Voerder Straße 66 seien insgesamt 1504 Fahrzeuge – 1104 Pkw, 305 Lkw und 95 Lastzüge – gezählt worden, heißt es in der Vorlage der Verwaltung. 789 seien in Richtung Berninghauser Straße und 715 in Richtung Marktstraße unterwegs gewesen. Die Messung habe eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 26,4 km/h ergeben. Die höchste Geschwindigkeit habe zwischen 71 und 75 km/h gelegen.

Bei einer Verkehrsmessung im Jahr 2010 hatte die Stadt 570 Fahrzeuge gezählt. „Seitdem ist die Zahl der Ausnahmegenehmigungen von 143 auf 90 zurückgegangen“, erklärte Stephan Langhard. Das führe zu dem Schluss, dass die Steigerung im wesentlichen auf unberechtigte Nutzer zurückzuführen sei.

Städtische Mitarbeiter könnten nur den ruhenden Verkehr kontrollieren, der fließende Verkehr sei Sache der Polizei, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Verwarnungen für parkende Fahrzeuge würden erteilt. Aufgrund der mangelnden Kontrollmöglichkeiten und uneinsichtiger Autofahrer sei die Errichtung von Sperren, die außerhalb der Lieferzeiten nur von Berechtigten passiert werden können, nach Auffassung der Verwaltung die einzige Möglichkeit, um wirksam Abhilfe zu schaffen.

„Die Vorlage ist unnötig wie ein Kropf“, erklärte FWE-Fraktionsvorsitzender Volker Imlau. Nach dem Beschluss im Vorjahr, die Fußgängerzone nicht teilweise für den Verkehr zu öffnen, sei man sich doch einig gewesen, erst einmal Ruhe einkehren zu lassen. Die Verwaltung bräuchte mehr Kapazitäten, um zu schauen, was im Umfeld der Fußgängerzone passieren sollte, meinte Anita Schöneberg (SPD), „und stattdessen schotten wir und mit Pollern ab.“ Eine Sperrung sei kontraproduktiv. Man solle zunächst einmal abwarten. „Es ist okay für das Problem zu sensibilisieren“, sagte sie. Man solle aber nicht gleich Geld ausgeben, es müsse doch noch andere Lösungen geben.

Sebastian Christ (CDU) und Thomas Braun (FDP) widersprachen: Es gebe das Problem, dann müsse man auch etwas dagegen tun. „Es kann nicht die Lösung sein, dass man das Durchfahren schleichend zulässt und das Problem ignoriert“ so Braun. Er favorisierte die von Jürgen Hofmann (Bündnis 90/Die Grünen) vorgeschlagene Variante, die Fußgängerzone in der Mitte mit Schranke oder Pollern zu sperren. Damit könne das Problem der unberechtigten Durchfahrten mit etwas weniger Aufwand gelöst werden.

Letztlich verständigte der Ausschuss einstimmig darauf, dass bauliche Maßnahmen zunächst nicht vorgenommen werden sollten, die Situation aber weiter beobachtet werden sollte.

Hartmut Breyer

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2015-01-24 06:00
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