Fußgängerin starb nach rätselhaftem Unfall - Fahrer ermittelt

Vor zwei Monaten geschah der tödliche Unfall auf der B7 in Schwelm. Eine 61-jährige Fußgängerin wurde angefahren und starb. Jetzt haben Polizei und Staatsanwaltschaft den flüchtigen Fahrer ermittelt.
Vor zwei Monaten geschah der tödliche Unfall auf der B7 in Schwelm. Eine 61-jährige Fußgängerin wurde angefahren und starb. Jetzt haben Polizei und Staatsanwaltschaft den flüchtigen Fahrer ermittelt.
Foto: Bernd Richter
Zwei Monate nach dem tödlichen Unfall auf der B 7 in Schwelm hat die Polizei den Verursacher ermittelt. Am 4. November 2014 starb eine 61-jährige Fußgängerin, die von einem Lkw erfasst und mitgeschleift wurde. Der Lasterfahrer beging Unfallflucht. Jetzt kamen ihm die Ermittler auf die Spur.

Schwelm/Hagen.. Das Rätsel um den tödlichen Unfall am 4. November, bei dem eine Schwelmerin an der B7 in Höhe der Hattinger Straße von einem Fahrzeug erfasst und knapp 800 Meter mitgerissen wurde, ehe sie von einem Autofahrer leblos auf der Linksabbiegespur in Höhe Prinzenstraße gefunden wurde, ist zu weiten Teilen gelöst.

Wie die Staatsanwaltschaft Hagen am Dienstag mitteilte, konnten sowohl das unfallbeteiligte Fahrzeug wie auch dessen Fahrer ermittelt werden.

Auf die Spur brachte die Ermittler die Auswertung von Videoaufzeichnungen einer Kamera auf einem Privatgelände, in deren Blickfeld sich die B 7 befindet. Darauf zu sehen war zu dem vermuteten Unfallzeitpunkt ein Lkw, unter dem etwas hing, wie Oberstaatsanwalt Dr. Gerhard Pauli erklärte. Mit der Aufnahme allein war das Fahrzeug aber noch nicht zu identifizieren. Zum Unfallzeitpunkt, gegen 16.50 Uhr, war es dunkel und es regnete heftig.

Pförtner gab entscheidenden Hinweis

Der entscheidende Hinweis, so Dr. Pauli, kam schließlich von dem Pförtner jenes Betriebes an der Prinzenstraße, zu dem der unfallverursachende Lkw unterwegs war. Als die Ermittler dem Pförtner die Aufnahmen vorlegten, habe er das Gespann erkannt und die Polizei so auf die Spur gebracht.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft besteht kein Zweifel, dass es sich um das Fahrzeug handelt, dass die 61 Jahre alte Schwelmerin in den Tod gerissen hat. Der Fahrer sei bei der Vernehmung „aus allen Wolken gefallen“, so Dr. Pauli. Er lasse sich anwaltlich beraten. Es handele sich um einen Fahrer aus dem heimischen Beritt.

Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, bog der Fahrer mit seinem Lkw aus Richtung Innenstadt auf der Hattinger Straße nach rechts auf die B 7 ab. Dort muss er dann mit seinem Fahrzeug die Frau erfasst haben, als diese gerade die B 7 auf dem Fußgängerweg überquerte. Wieweit es Erkenntnisse über den weiteren Unfallhergang gibt, teilte die Staatsanwaltschaft nicht mit.

Lange Zeit unerklärlich blieb der Hergang für die Ermittler auch deshalb, weil bei der Obduktion der Toten keinerlei Schleifspuren gefunden wurden. Der Körper der Frau, so wurde spekuliert, muss an einem Bauteil des Fahrzeuges hängengeblieben sein oder wurde irgendwo unter dem Auflieger eingeklemmt. Dass es sich so zugetragen hat, unterstreichen die Worte von Oberstaatsanwalt Dr. Pauli, wonach der Körper erst beim erneuten Anfahren zu Boden fiel.

Ermittlungen dauern noch Wochen

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft werde es noch Wochen dauern, bis das Ermittlungsverfahren endgültig abgeschlossen werden kann. Zu prüfen sei unter anderem, ob es sich um einen Fall von fahrlässiger Tötung handelt. Dazu müssten Gutachten erstellt werden. Erst anschließend werde die Staatsanwalt entscheiden, ob Anklage gegen den Unfallverursacher erhoben wird.