„Für mich ist Schwelm ein Dornröschen“

Schwelm.. Wer ist eigentliche Gabriele Grollmann? Diese Frage haben sich wahrscheinlich schon viele Schwelmer gestellt. Am Mittwochabend hat die Kolpingsfamilie die Bürgermeisterkandidatin Gabriele Grollmann eingeladen, um Antworten auf diese Frage zu bekommen. „Üblicherweise veranstalten wir immer eine Podiumsdiskussion mit den Kandidaten für das Amt, doch bisher kennt niemand Frau Grollmann und auch sie kennt Schwelm noch nicht so gut“, sagt der Vorsitzende der Kolpingsfamilie, Martin Heringhaus. „Aus diesem Grund haben wir uns für einen Kennenlern­abend mit Frau Grollmann entschieden.“

Leiterin der Ordnungsbehörde

Denn in den Zeitungen und auf ihrer Homepage kann man viel über ihren Werdegang erfahren. Diplom- Verwaltungswirtin, zur Zeit Leiterin der Ordnungsbehörde in Münster; doch das ist nur ein Teil der Antwort auf die Frage „Wer ist eigentlich Gabriele Grollmann?“ Das hat sich auch die Kolpingfamilie gedacht und wollte mehr über die Bürgermeisterkandidatin erfahren. Auch für Amtsinhaber und Bürgermeisterkandidaten Jochen Stobbe hat die Kolpingsfamilie für einen Einzeltermin angefragt, aber bisher noch keine Antwort erhalten.

Los ging’s mit der Frage nach dem Sternzeichen. Grollmann: „Mein Geburtstag ist am 27. Juni am Siebenschläfertag, deswegen ist mein Sternzeichen Krebs. Meine Mutter hat immer gesagt, ich schlage aus der Art, weil ich keine typische Krebsfrau sei. Ich habe viel Sensibilität, aber ich weiß mich auch abzugrenzen.“

Auch in Holland gelebt

Über ihre Wurzeln erzählte Gabriele Grollmann: „Meine ersten Lebensjahre habe ich in Holland verbracht, aber gebürtig komme ich aus Bottrop und bin ein Ruhrgebietskind. Dort liegen auch noch immer viele meiner Wurzeln. Meine Schulzeit habe ich auf einem katholischen Mädchengymnasium verbracht. Noch immer habe ich große Achtung vor Nonnen. Dort habe ich auch Nadelarbeiten gelernt. Ich kann stricken, häkeln, nähen und sticken. Zu meinem Abschluss habe ich mir sogar meinen eigenen Rock genäht. Nach dem Abitur bin ich nach Gladbeck gezogen, um dort ein duales Studium mit einer Ausbildung in der Stadtverwaltung zu machen. Ursprünglich wollte ich immer Staatsanwältin werden, aber dafür hat leider das Geld nicht gereicht. 34 Jahre lang habe ich dann dort gearbeitet, bevor ich vor einem Jahr nach Münster gewechselt habe. Gladbeck hat mich auch nur schweren Herzens gehen lassen.“

Die Kolpingsfamilie fragte auch nach der Privatperson Gabriele Grollmann. Antwort der Kandidatin: „ Ich bin schon immer viel in Vereinen aktiv gewesen und habe mich kirchlich engagiert. Dort habe ich geholfen Gottesdienste vorzubereiten, Kinderfreizeiten zu gestalten und ich habe im Chor gesungen. Ich war im Tennisverein und ich bin eine Volleyballerin. Einen Vereinsmeier würde ich mich dennoch nicht nennen, weil ich das Wort immer mit negativen Assoziationen verbinde. Ich fahre in meiner Freizeit auch sehr gerne Motorrad, daher kannte ich Schwelm schon aus einer anderen Perspektive, bevor ich mich hier beworben habe. Die Gegend ist schön, die Straßen sind kurvig und es gibt ein leckeres Eis hier.“

Was denn für sie die wichtigsten Ziele für die Zukunft Schwelms seien, wollte die Kolpingsfamilie wissen. Gabriele Grollmann: „Schwelm hat eine kleine beschauliche Innenstadt, offene freundliche Menschen und ganz besonders mag ich die alten Häuser hier. Für mich ist Schwelm ein Dornröschen.

Im Rathaus fehlen Experten

Was mir auf den ersten Blick aufgefallen ist, ist, dass es hier in der Stadtverwaltung keinen Experten für Baurecht und Stadtplanung gibt – das braucht die Stadt. Dann würde ich viel aktiveres Projektmanagement betreiben wollen, das Potenzial aus anderen Möglichkeiten als der Erhöhung der Grundsteuer B der Stadt nutzen wollen, um den Haushalt zu verbessern und in erster Linie durch meine Überzeugungskraft, Transparenz und die Fähigkeit unbelastet an Probleme herangehen zu können kluge Kompromisse zu finden. Ich möchte die Arbeit von Jochen Stobbe nicht zur Diskussion stellen, denn ich kann nur Stimmungen hören und daraus schließe ich, dass in der Stadt etwas nicht gut gelaufen ist.“