Fröhlicher Zug unter heiterem Himmel

Fröhliche Gesichter auf der Lindenstraße: Die Aktiven des Industriemuseums Ennepetal.
Fröhliche Gesichter auf der Lindenstraße: Die Aktiven des Industriemuseums Ennepetal.
Foto: WP

Ennepetal..  Es ist Kirmeszeit in Voerde. Ein stimmungsvoller Festzug unter heiterem Himmel sorgte am Samstag für einen gelungenen Auftakt der vier Feiertage im Dorf.

Noch um die Mittagszeit herum hatte mancher einen bangen Blick nach oben gerichtet, als ein kräftiger Regenschauer niederging. Doch als dann um kurz nach zwei der Startschuss fiel und sich der Festzug mit mehreren hundert Teilnehmern von der Katholischen Kirche St. Johann Baptist aus in Bewegung setzte, war alles gut: Die Sonne setzte sich durch und strahlte ebenso wie die vielen Zuschauer am Straßenrand. Ehrennachtwächter Gerd Fischer, der an der Seite seines Vorgängers Manfred Henning auf seine Voerder acht gab, hat offenbar den richtigen Draht zu Petrus gefunden.

Kinder mit viel Schwung dabei

Groß und Klein beteiligten sich wieder an dem traditionellen Zug, der angeführt von Polizist „Harry“ Hirsch und den Kiepenkerlen Manfred Flüshöh und Hans-Martin Heimhardt durch die von fröhlichen Menschen gesäumte Lindenstraße bis zum Kirmesplatz führte. Viele ganz junge Kirmesfreunde waren unterwegs. Der Nachwuchs des TuS Haspetal, des TV Altenvoerde, der TG Voerde, Rot-Weiß Rüggeberg, des Base- und Softballclubs Raccoons, des Ennepetaler Reitervereins, der mit Ponys und Pferden alle Größen dabei war, die Fußballerinnen des FFC Ennepetal und die erfolgreichen Mädchen der Grundschule Voerde, die in diesem Jahr die Fußballkreismeisterschaft gewannen, sorgten für ganz viel Spaß und Bewegung im Zug. Akteure des Tennisclubs Grün-Weiß schwangen unterwegs den Schläger und die Jongliergruppe der Ev. Stiftung Loher Nocken zeigte einige beeindruckende Kunststücke.

Auch die etwas älteren Teilnehmer genossen die fröhliche Atmosphäre. So war der Nachbarschaftshilfeverein Voerder helfen Voerdern dabei und auch der VdK Ennepetal machte mit. Der Voerder Schützenverein, der Shanty Chor, die Königsangler, der Imkerverein, der MGV „Eintracht“ Kotthauser Höh und der Dorma Chor – sie alle zogen gut gelaunt durchs Dorf. Der Heimatverein Voerde und die Ehrennachtwächter waren natürlich dabei

Einen besonders heimatverbundenen Slogan präsentierte die Dorfgemeinschaft Freistaat Oberbauer: „Liebe Deine Stadt“ prangte von dem mit sehr viel Grün geschmückten Wagen. Mit Blumen, die Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen und der Voerder Heimatvereinsvorsitzende Robert Dörnen aus dem Cabrio heraus den Damen am Straßenrand überreichten, und Kamellen, die Vertreter der Ratsfraktionen großzügig unters Volk brachten, wurde diese Liebe zur Stadt noch etwas befördert.

Bonbons. Lutscher und Zuckerstangen regnete es überhaupt reichlich, so dass vor allem die Kinder, aber auch mancher Erwachsene – vermutlich im Auftrag des Nachwuchses – auf dem Boden herumkrabbelten, um zu sammeln.

Musikalisch sorgte traditionell eine Reihe von Gruppen für den passenden Rahmen. Die Landsknechte Halver waren dabei, ebenso die Gruppe „Sound of Sauerland“, die Original Sauerländer Musikanten, die Stadt- und Feuerwehrkapelle, der Hattinger Fanfarenzug „Rot-Weiß“ und die Hasper Old Stars.

Für launige Gespräche sorgte in Höhe des Feuerwehrstands am Zönchen wieder der Voerder Junge und WDR-Moderator Marc Schulte. Er interviewte manchen Zugteilnehmer. Viel Applaus gab es dabei nicht zuletzt für die „Green Tigers Ennepetal“. Es handelt sich um eine Gruppe junger Männer aus Pakistan, die innerhalb des TV Altenvoerde eine Cricket-Mannschaft gegründet haben. Überhaupt war der Festzug wieder sehr international. Die „Pjerrefretters“ aus Ennepetals belgischer Partnerstadt Vilvoorde bereicherten den Zug. Und sogar die Kirmesfreunde aus Gevelsberg und Schwelm fanden den Weg nach Voerde.

Ein Schlag und das Freibier fließt

Vor Beginn des Zuges hatten Diakon Michael Nieder, der Leiter der Katholischen Gemeinde und der Evangelische Pfarrer Armin Kunze gemeinsam einen ökumenischen Gottesdienst abgehalten. Beide fuhren anschließend in Begleitung von Pfarrerin Klaudia Fischer, der Tochter des amtierenden Ehrennachtwächters mit über die Kirmes.

„Ich freue mich, dass der Zug so gut funktioniert hat und es keine Probleme gegeben hat“, meinte Heimatvereinsvorsitzender Robert Dörnen. „Auch der Regen hat rechtzeitig aufgehört.“ Ebenso wie Schaustellersprecher Andreas Alexius richtete er vor dem Fassanstich auf dem Kirmesplatz einige Worte an die Besucher, bevor Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen die Kirmes er öffnete und mit einem einzigen kräftigen Holzhammerschlag das Fass Freibier anstach. Nun wird bis Dienstagabend im Dorf gefeiert. Darauf ein dreifaches „Kruut Voerde!“