Fröhliche Töne der Regenbogenkids

Ein hoch auf uns“: Die drei Chöre treten bei dem Benefizkonzer auch gemeinsam auf und bringen die zahlreichen Besucher in der Martin-Luther-Kirche kräftig in Schwung.
Ein hoch auf uns“: Die drei Chöre treten bei dem Benefizkonzer auch gemeinsam auf und bringen die zahlreichen Besucher in der Martin-Luther-Kirche kräftig in Schwung.
Foto: WP

Ennepetal..  Das zweite Benefizkonzert zugunsten der Wohngemeinschaft von fünf jungen Menschen mit Behinderung, die der Verein „Wohnen unterm Regenbogen“ an der Loher Straße betreibt, begann fröhlich mit „Mein kleiner grüner Kaktus“ und endete ebenso fröhlich mit „Ein Hoch auf uns“, das alle drei Chöre gemeinsam sangen. Da gingen die zahlreichen Besucher in der Martin-Luther-Kirche mit und wippten mit den Füßen. Als aber im Rahmen des ersten Auftritts der „Regenbogenkids“ „Halleluja“ erklang, war es mucksmäuschenstill in den Reihen. An der Seite hatten die „Regenbogenkids“ das Betreuerteam sowie Leiter Bernhard Isenberg, Musiker und Musiklehrer der Grundschule Altenvoerde.

„Good Girls“ und „Good News Chor“

Die jungen Menschen mit Behinderung versprühten viel Fröhlichkeit und immer wieder musste man über die kessen Zwischenrufe von Trommler, Gitarrist und Flötist Thomas herzhaft lachen. Der Frauenchor „The Good Girls“ aus Hagen unter Leitung von Sabine Steinbrink präsentierte vierstimmigen A-capella-Gesang im Barbershop-Stil, und der „Good News Chor“ aus Rüggeberg unter Leitung von Thomas Wolff und Co-Leiterin Susanne Scherer bot ein breites Repertoire christlicher und weltlicher neuer Lieder am Sonntag in der Martin-Luther-Kirche in Altenvoerde. Die Wohngemeinschaft bat in diesem Rahmen um Spenden für die Anschaffung eines behindertengerechten Busses mit zwei Rollstuhlplätzen.

„Die Räumlichkeiten an der Loher Straße 129 sind so ausgerichtet, dass sie für die Belange der Bewohner passen“, betonte Carin Kruip vom Verein – und Mutter von Thomas. „Es herrscht immer eine schöne Atmosphäre, wenn die Großeltern zum Kaffeetrinken kommen.“ Aber: Man biete natürlich auch Freizeiten an, unternehme viel wie Kino- oder Theaterbesuche und da müssten die Eltern ihre Autos zur Verfügung stellen. „Einen Grundstock zur Anschaffung eines Busses haben wir, aber die Unterhaltskosten müssen auch finanziert werden können“, so Carin Kruip.

Einmal wöchentlich musizieren die jungen Behinderten auch gemeinsam. Daraus sei die Idee entstanden, doch auch mal öffentlich aufzutreten, so Thomas Gilles, Vater von WG-Bewohnerin Larissa. Deren elfjähriger Bruder Leon war sehr stolz auf den ersten Auftritt der großen Schwester. Und jedem ging wohl auch das Lied „Du bist wie du bist“ unter die Haut.

Pfarrer Andres Schulte hatte die Besucher „in der schönsten Kirche der Welt“ begrüßt, und er kündigte an: „Wir können uns auf einiges gefasst machen zum frohen Fest mit drei Chören.“ Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen erzählte, dass Margit Pleuger, Vorstand des Integrationsmodells und Mutter der behinderten Malina, ihm über jenes Projekt berichtet habe, als er gerade erst Bürgermeister geworden war. Margit Pleuger habe Wege gesucht – und Wege gefunden. Er finde es ganz toll, dass die Baugenossenschaft dies ermöglicht habe.

Margit Pleuger singt selbst bei den „Good Girls“, die mit „Oh Ennepetal“ oder auch „Lollipop“ Gute-Laune-Musik machten und viel Applaus erhielten, ebenso wie der „Good News Chor“, der unter anderem mit „Oh Happy Day“ erfreute. Eine Bilderrevue spiegelte das Leben der WG in den vergangenen zwei Jahre wider.

INFO:

Die Wohngemeinschaft an der Loher Straße 129 entstand im Jahr 2012 aus der Idee einer Elterninitiative im Jahr.

Seit nunmehr gut zwei Jahren leben fünf junge Leute mit unterschiedlichen Behinderungen im dem Wohnkomplex der Baugenossenschaft „Die Voerder“, in der man einen „guten Partner“ gefunden habe, wie der 2. Vorsitzende des Vereins „Wohnen unterm Regenbogen“, Thomas Gilles berichtet.

Die jungen Menschen im Alter von 22 bis 31 Jahren werden rund um die Uhr in einer 240 Quadratmeter großen Wohnung betreut. „Jeder hat sein eigenes Zimmer, es gibt drei Bäder und einen gemeinsamen Wohnbereich“, so Gilles.