Free-Jazz-Hörspiel gibt es nun auch als Buch

Buchautor und Musiker: der Schwelmer Dietrich Rauschtenberger. Sein neuestes Werk heißt „Trombeck - Wie wir den Freejazz erfunden haben“. Es ist ein fiktiver Roman mit autobiographischen Zügen, der im Wuppertal der 80er Jahre spielt.
Buchautor und Musiker: der Schwelmer Dietrich Rauschtenberger. Sein neuestes Werk heißt „Trombeck - Wie wir den Freejazz erfunden haben“. Es ist ein fiktiver Roman mit autobiographischen Zügen, der im Wuppertal der 80er Jahre spielt.
Foto: WP

Schwelm..  Pädagoge, Pensionär, Politiker, Musiker – aber vor allen Dingen Jazz-Fan: Wer Dietrich Rauschtenberger kennt, wird insbesondere die letztgenannte Eigenschaft bestätigen können. Nun hat der Schwelmer aus der Bismarckstraße zwei seiner Hobbys zusammengebracht und ein Buch über die Geschichte des Free-Jazz geschrieben.

Cocktail-Combo in der Jazz-Baracke

Das Druckwerk „Trombeck – Wie wir den Free Jazz erfunden haben“ ist ein fiktiver Roman mit autobiographischen Zügen. Als Vorlage diente Dietrich Rauschtenberger sein Hörspiel aus dem Jahr 2005, das erstmals am 27. Juni 2006 im Deutschlandfunk gesendet worden ist. Doch erst jetzt fand sich ein Verleger für das Buch. „Es ist von Wuppertal die Rede, dort kommen auch die Straßen vor. Doch Paul Trombeck, der bin nicht ich“, stellt Rauschtenberger klar. Beim Schreiben des Stückes habe er aber auch immer an Schwelm gedacht. In dem Roman lässt der 75-jährige Autor die Welt der 1950 bis in die 1980er Jahre wieder vor dem geistigen Augen der Leser lebendig werden. „In diesen Jahren hat sich in der Gesellschaft viel bewegt. Es herrschte eine Aufbruchstimmung, fand eine Kulturrevolution statt.“

Auch wenn der Roman eine Fiktion ist, Parallelen zu Rauschtenbergers Jugendjahren finden sich zuhauf. Mit der Cocktail-Combo hat Rauschtenberg zunächst Tanzmusik gemacht, bis zum Studienende 1967, und ist in der Langerfelder Jazz-Baracke aufgetreten. „Als wir angefangen haben Musik zu machen, da gab es noch keine Noten für Jazz-Stücke. Wir mussten improvisieren.“ Das perfektionierte Rauschtenberger in seinen Wuppertaler Jahren auch bei gemeinsamen Auftritten mit den in der Szene bekannten Peter Brötzmann und dem verstorbenen Bassisten Peter Kowald. Die Anstellung als Lehrer beendete allerdings seine musikalische Karriere. Nach seiner Frühpensionierung 1980 konnte er diese wieder fortsetzen – und sogar Noten lesen lernen. Heute spielt er im Salonorchester in der Musikschule und im Wuppertaler Improvisationsorchester.