Fratres-Trio in Schwelm mit Mut zum Ungewohnten

Das Fratres-Trio konzertierte im Rahmen der Reihe „Best of NRW“ im Ibachhaus.
Das Fratres-Trio konzertierte im Rahmen der Reihe „Best of NRW“ im Ibachhaus.
Foto: Michael Scheuermann

Schwelm..  Allein schon die Besetzung lässt Ungewohntes vermuten, denn wenn im Rahmen einer klassischen Konzertreihe – wie nun bei Best of NRW“ im Ibachhaus – ein Trio angekündigt wird, so denkt man zunächst an eine Besetzung mit „klassischen“ Instrumenten: Geige, Cello und Klavier. Anders ist es beim Fratres Trio.

Dort wird das tiefe Streichinstrument durch das Saxofon ersetzt, das man eigentlich eher dem Jazz zuordnet. Aber auch das Programm war ungewohnt. Es widmete sich überwiegend Komponisten aus Frankreich oder den USA, den Traditionsländern des Saxofons.

Mit mitreißenden Werken von Milhaud, bei dessen Komposition zu dem Stück „Le Voyager sans Bagage“ der Zuhörer den Reisenden, der mal in einen Platzregen gerät, um dann bei aufbrechendem Himmel wieder die Sonnenstrahlen zu genießen, sich bildlich vorstellen kann, oder Marc Eychenne, Russel Peterson, Jean Luc Defontaine sowie Rachmaninoff erschloss das Trio eine bisher wenig bekannte Klangwelt. Bei der Komposition „couleurs d’un Reve“ von Jean-Luc Defontaine waren die Zuhörer auf eine traumhafte Reise eingeladen, bei der die Klangfarben der Instrumente den Traum in den farbigsten Schattierungen erschienen ließen.

Dabei versuchen die drei Spitzenmusiker nicht, sich gegenseitig zu überbieten, sondern traten virtuos miteinander in einen Dialog. Dem Fratres Trio beweist dem für Neues ausgesprochen aufgeschlossenem Publikum eindrucksvoll, dass das Saxofon sowohl in der Klassik wie auch im Jazz seinen Platz hat