Franz Wüstenberg dreht ersten Film

Franz Wüstenberg (links) hat einen Film gedreht.
Franz Wüstenberg (links) hat einen Film gedreht.
Foto: WP

Gevelsberg..  Franz Wüstenberg ist erst 24 Jahre alt, noch mitten im Studium, an seiner beruflichen Zukunft baut er aber schon lange. Seine Band „The O’Reillys and the Paddyhats“ ist mittlerweile weit über die Stadtgrenzen Gevelsbergs bekannt, mit der „Irish Folk Punk Party“ hat er sich bereits als Veranstalter einen Namen gemacht und nun hat er auch seinen ersten eigenen Film gedreht.

Mehr noch: Bei „The Merchant“ ist er Drehbuchautor, Regisseur und Produktionsleiter in einer Person. Eigentlich war der Film als Seminar-Abschlussarbeit gedacht. Wenige Minuten sollte das Video umfassen, als praktische Übung im Rahmen seines Musik- und Medien-Studiums. Geworden ist es ein Kurzspielfilm, bei dem 50 Komparsen mitwirkten und Ausrüstung im Wert von fast einer halben Million Euro im Einsatz war.

Sechs Drehtage im Juli standen ihm nur zur Verfügung, danach wurde seine Kulisse abgerissen. Denn eigentlich waren es ein über 100 Jahre altes Fabrikgebäude einer alten Glasproduktion in Düsseldorf. „Aus dem Zug heraus habe ich diese tolle Fläche inmitten der Stadt gesehen und dachte mir, hier muss ich was machen.“ Als er die Zusage Anfang Juni erhielt, blieb ihm nicht viel Zeit. Die Geschichte musste geschrieben und alles andere organisiert werden. Und das mit wenig Geld und mehr Arbeitsaufwand. „Normalerweise hat man ein Jahr für alle Vorbereitungen“, sagt Franz Wüstenberg. „Ich hatte aber Glück, dass es überhaupt noch vor dem Abriss klappte.“

„The Merchant“ soll der Anfang sein

Schnell holte er sich Freunde und Studienkollegen ins Boot. Sein Bandkollege Benny Lunau spielte sogar eine Hauptrolle in dem Film. Der Gevelsberger hatte außerdem drei Profischauspieler verpflichten können: Lars Dickel, Sophia Müller-Bienek und Marcel André Heizmann. „Am Ende ist es ein Endzeitabenteuer geworden“, erklärt er. Im Mittelpunkt steht ein Dorf, in dem die Zeit still steht, in dem es keine Veränderungen gibt, bis eines Tages ein Fremder kommt. Und ab diesem Zeitpunkt wird alles anders.

Für tolle Bilder sorgte ein Profi an der Kamera: Karsten Jäger, der gerade sein Diplom im Bereich Film an der Fachhochschule macht.

Franz Wüstenberg hat ein Multiplexkino angefragt, ob er den Film dort aufführen kann. Außerdem versucht er in das Programm von dem einen oder anderen Kinofestival zu kommen. Denn dieser Streifen ist längst mehr als eine Studiumsarbeit geworden. Der 24-Jährige hofft, dass er damit einen Fuß in das hart umkämpfte Filmgeschäft bekommt und „The Merchant“ nur der Anfang ist. Sein größter Traum ist mit seiner Arbeit als Regisseur, Musiker und Veranstalter Geld zu verdienen, und damit das Hobby zum Beruf zu machen. Und an diesem Ziel arbeitet er schon seit Jahren.