Frage lautet: Mord oder Totschlag

Ennepetal..  Beim zweiten Prozesstag im Mordprozess um einen 46-Jährigen, der im September seine von ihm getrennt lebende Ehefrau in Rüggeberg getötet haben soll, sagte gestern der Sohn des Opfers vor dem Hagener Landgericht aus. Die Frage, die das Hagener Schwurgericht beantworten muss: War die Messerattacke Totschlag oder liegt in diesem Fall ein Mord aus Eifersucht vor?

Zweiteres würde im Falle einer Verurteilung wohl ein erheblich höheres Strafmaß nach sich ziehen. Doch wirklich Licht ins Dunkel konnten weder der Sohn des Opfers noch die Schwester bringen.

Übereinstimmend sagten sie aus, dass die 46-Jährige Angst vor ihrem Ehemann hatte. Konkrete Bedrohungen haben sie jedoch nicht selbst miterlebt, hatten von solchen Situationen lediglich durch Hörensagen Kenntnis.

Außerdem hatte das spätere Opfer mit seinen Angehörigen so gut wie überhaupt nicht über das Verhältnis zu ihrem Mann gesprochen. Nur bruchstückhaft vertraute die Frau sich ihrem Sohn auf dessen Nachfragen an. Fakt scheint zu sein, dass sie sich vor ihrem Ehemann fürchtete. Laut Aussagen des 18-Jährigen soll sie an dem Tattag besonders nervös gewesen sein. Eine Reaktion auf eine Bedrohung im Vorfeld der grausamen Tat? Diese Frage gilt es nun für das Schwurgericht zu klären.

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