Förderverein Stadtbücherei wird 20 Jahre alt

Elisabeth Elsner und Isabell Danechi (rechts) mit dem japanischen Erzähltheater und dem Tip-Toi-System. Beide Medien können in der Stadtbücherei ausgeliehen werden.
Elisabeth Elsner und Isabell Danechi (rechts) mit dem japanischen Erzähltheater und dem Tip-Toi-System. Beide Medien können in der Stadtbücherei ausgeliehen werden.
Foto: WP

Schwelm..  Ohne die Mitglieder des Fördervereins stände die Stadtbücherei nicht da, wo sie heute ist. Die Geldspenden seien zwar höchst willkommen, sagt Bücherei-Leiterin Kornelia Wilberg, aber „viele Abendveranstaltungen sind ohne die Mitarbeit der ehrenamtlichen Helfer nicht durchführbar.“

In diesem Jahr wird der Förderverein 20 Jahre alt. Das kleine Jubiläum soll im Herbst mit einem Festprogramm begangen werden. Die ersten Planungen dazu laufen in diesen Tagen an. Der rund 70 Mitglieder zählende Verein wird gemeinsam mit der Stadtbücherei wieder den Vorlesewettbewerb an den vier Schwelmer Grundschulen durchführen und verschiedene Themenabende gestalten.

Vorbereitungsabend für Vorleser

Den Anfang macht am 5. März (19.30 Uhr in der Stadtbücherei, Hauptstraße 9 - 11) „Hund, Katze, Maus – Tiere in der Literatur“. „Tiergeschichten sind eine eigene Rubrik in der Literatur“, sagt Kornelia Wilberg und verspricht an diesem Abend auch ein Wiedersehen mit Heinz Erhardt und Wilhelm Busch.

Bereits am 26. Februar um 18.30 Uhr findet in den Räumen der Stadtbücherei ein Vorbereitungsabend für Interessenten statt, die sich als Vorleser in Altersheimen engagieren möchten. „Weitere Mitstreiter sind willkommen. Ganz am Anfang war sogar ein zwölfjähriges Kind dabei. Das lief ganz prima“, erinnert sich die Bücherei-Chefin. Freuen dürfen sich die Kinder auch wieder auf eine Neuauflage des Sommerleseclubs in den Ferien. Die Kinder, die am meisten Bücher in den Ferien gelesen haben, werden belohnt.

Kornelia Wilberg zieht eine positive Bilanz des abgelaufenen Jahres. Rund 280 000 Euro lässt sich die Stadt Schwelm ihre Stadtbücherei – eine freiwillige Leistung der Kommune – jährlich kosten. Rund 65 000 Euro werden durch eigene Einnahmen wie Nutzungsentgelte (19 489 Euro) und Spenden gegenfinanziert. Den größten Posten macht mit ca. 165 000 Euro das Personal aus.

Die Zahl der aktiven Entleiher stieg im Vergleich zum Vorjahr um 8 auf 1392 Nutzer, die bei 38 203 Besuchen insgesamt 69 761 Medien ausliehen. Die Zahlen für das Jahr 2013: 1384 Besucher mit übers Jahr verteilten 39 201 Besuchen und 70 752 Entleihungen. Der Bestand der Medien ging von 37 783 (im Jahr 2013) auf 36 142 Medien im Jahr 2014 leicht zurück. Wer die Stadtbücherei besucht, kann seine Auswahl unter 32 227 Printmedien und 3915 Non-Book-Medien (CD, DVD, Spiele) wählen.

Auch Musikfreunde werden in der Stadtbücherei fündig. Doch die Bedeutung von CDs nimmt nicht nur im Ausleihgeschäft durch die Musik-Streaming-Dienste ab. Einer steigenden Nachfrage erfreuen sich hingegen die DVDs, obwohl für die seit Mitte 2013 eine Extra-Gebühr für die Ausleihe in der Schwelmer Stadtbücherei fällig wird. Der Renner war im letzten Jahr mit 21 Ausleihen die Asterix-Jubiläumsedition, gefolgt von dem Medicus mit 16 Ausleihen. Der James Bond mit Daniel Craig in Skyfall brachte es immer noch auf beachtliche 9 Entleihungen.

Jahresbestenliste

Die Jahresbestenliste bei den Hörbüchern wird angeführt von Maja vom Vogel „Popstar in Not“ (20 Entleihungen), gefolgt von Ulf Blanck „Das Phantom im Bergsee“, Kate Morton „Die verlorenen Spuren“ und Ulf Blanck „Jagd durch Berlin“ mit jeweils 19 Ausleihen. Beim Genre Roman führen gleich drei Krimis die Jahresbestenliste an: Rita Falk „Sauerkrautkoma“ 29 Entleihungen), Andreas Franz „Teufelsbande“ (28) und Jean-Luc Bannalec „Bretonische Verhältnisse“ (22).

Auf der Wunschliste der Stadtbücherei ganz oben steht, wie im vergangenem Jahr, das Thema öffentlicher Hotspot. Eine Umsetzung scheiterte bisher nicht unbedingt am Geld, sondern an den personellen Ressourcen. Für die Einführung dieses Angebotes müsste neben den technischen Voraussetzungen auch die Nutzerordnung der Stadtbücherei überarbeitet werden. Entschieden ist auch noch nicht, ob der Zugang kostenfrei oder gegen Gebühren erfolgen soll. „Wir werden uns an eine bestehende Lösung anlehnen und Vorschläge machen und das Rad nicht neu erfinden“, sagt Kornelia Wilberg. Einen kleinen, internen Hotspot für Mitarbeiter hat die Bücherei übrigens schon seit Anfang 2014 – vom Förderverein bezahlt. Das funktioniert bisher ganz prima.