Flüchtlinge bei Renovierungsarbeiten einbeziehen

Ennepetal..  CDU, Bündnis 90/Die Grünen, FDP und Freie Wähler beantragen, dass im Zuge der erforderlichen Renovierungsmaßnahmen in den Flüchtlingsunterkünften an der Heimstraße (wir berichteten) die dort lebenden Menschen an den Arbeiten beteiligt werden.

„Bei den Flüchtlingen handelt es sich unserer Beobachtung nach zum Großteil um Menschen, die sehr unter der Tatenlosigkeit ihres Daseins leiden“, heißt es zur Begründung des Antrags. Gerade in der Heimstraße säßen viele junge, kräftige Männer den Großteil des Tages rum und wüssten nicht, was sie tun können und sollen. Die Menschen würden regelmäßig von sich aus nach Beschäftigung und sinnvoller Arbeit fragen.

Geringes Entgelt denkbar

Daher beantrage man, die Menschen auf freiwilliger Basis und im Rahmen ihrer Fähigkeiten bei den anstehenden und dringend erforderlichen Maßnahmen einzubeziehen. „Da im Sozialausschuss immer wieder auf die angespannte Haushaltslage verwiesen wurde, dürfte jede Hilfe willkommen sein“. In anderen Städten sei es durchaus üblich und möglich, Flüchtlinge – auf freiwilliger Basis – einzubeziehen. „Dies kann auch die Zahlung eines geringen Entgeltes/einer Anerkennung bedeuten – wie bereits schon bei der Pflege des Außengeländes praktiziert.“ Eine vorherige Unterweisung sollte Teil des Konzeptes sein.

Einfache Arbeiten, wie das Streichen der Flure (teilweise auch der Küchen – soweit der Untergrund in Ordnung ist), das Streichen der Treppenhäuser oder der Wohnräume könnten durch die Bewohner selber erledigt werden. „Dies würde auch zu einer größeren Wertschätzung der Bewohner gegenüber der Räumlichkeiten führen, so die Antragsteller. „Im Optimalfall sollten die Bewohner nach Vorkenntnissen befragt werden. Vielleicht ist sogar jemand dabei, der des Fliesenlegens mächtig ist. So könnten zum Beispiel schnell und kostengünstig an vielen Stellen die fehlenden Fliesen wieder angebracht werden.“

Weitere Wohneinheiten

Von solch einer Lösung würden die Bewohner und die Stadt gleichermaßen profitieren. „Wir bitten darum, diese Form der Beschäftigung zu prüfen und in das ,Konzept für die Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen’ aufzunehmen. Dies kann und sollte auch für weitere Wohneinheiten (Hagener Straße / Oberbauer) gelten“, erklären die vier Fraktionen.

Da die einzelnen Wohnräume bei der in der vergangenen Woche erfolgten Begehung aus nachvollziehbaren Gründen nicht hätten besichtigt werden können, bitten die Antragsteller dringlich darum, die Räume zumindest auf Schimmelbefall zu prüfen und diesen ebenfalls umgehend zu entfernen. Für alle Arbeiten, die zur Beseitigung von Gesundheits- und Sicherheitsrisiken notwendig seien, bitte man darum, Fachfirmen zu beauftragen.