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Flucht als Unterrichtsthema

16.09.2007 | 09:27 Uhr

Ennepetal. (neu) "Heimat weiß man erst zu schätzen, wenn man sie verloren hat": Mit diesen Worten eröffnete Gerhard Sadlowski vom Bund der Vertriebenen (BdV) in der Rosine den "Tag der Heimat".

Gleichzeitig betonte er aber auch, dass man in Ennepetal eine neue Heimat, "ein warmes Zuhause", gefunden habe. Gekommen waren Ost- und Westpreußen, Ober- und Niederschlesier, Siebenbürgen und Pommern sowie die Heimatvereine Voerde, Milspe und Rüggeberg um mit Geschichten, Heimatliedern aus Ost und West den gemeinsamen Heimatgedanken hochleben zu lassen.

Nicht dabei sein konnte in diesem Jahr Ehrenbürgermeister Gerd Dessel, der seit nunmehr neun Wochen im Krankenhaus liegt. Ihm ließ, stellvertretend für die Gäste im Saal, Sadlowski die besten Grüße ausrichten.

Für die Stadt Ennepetal war die stellvertretende Bürgermeisterin Anita Schöneberg anwesend, die sich freute, zum ersten Mal in offizieller Mission die Veranstaltung besuchen zu dürfen. Sie hat vor vier Jahren die Heimat ihrer Eltern in Ostpreußen zum ersten Mal gesehen und schilderte diese Reise als ein für sie großartiges Erlebnis. Vertreibung sei aber, so Schöneberg, nicht nur ein Thema der Deutschen. Der Blick im 21. Jahrhundert müsse nach vorn, auf Aussöhnung und Zusammenleben gerichtet sein.

Als Hauptredner hatte man ein Vorstandsmitglied des Landesverbands NRW eingeladen, den erst 30-jährigen Historiker Michael Weigand. Mit flammenden Worten forderte der CDU-Politiker, dass "Flucht und Vertreibung" ein verpflichtendes Unterrichtsthema sein müssten. Vertriebene sollten mit ihrer Kenntnis und ihrem Wissen die "Brückenschläger zwischen Ost und West in Europa" sein. Für seine mitreißenden Worte erhielt Weigand große Zustimmung und lang anhaltenden Applaus.

Abschließend standen Ehrungen auf dem Programm. Für unermüdliche Arbeit im Dienste der Vertriebenen ehrte Fritz Olschewski vom BdV-Landesverband Annelore Spruth und Ingrid Lask mit der silbernen Ehrennadel. Heinz Köpke von der Pommerschen Landmannschaft verlieh die Ehrennadel an Alfred Spruth.

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