Filmer Groth rückt Musiker Trust ins rechte Bild
20.11.2009 | 19:11 Uhr 2009-11-20T19:11:00+0100
Heinz-Ewald Trust spielt Klavier und singt dabei ein Volkslied, Heinz-Ewald Trust dirigiert im Hülsenbecker Tal und Heinz-Ewald Trust trägt als Ehrennachtwächter den Blaukittel des Heimatvereins Voerde. Der Heimatverein Voerde lud jetzt zum Filmabend in die „Rosine” ein. Und viele Besucher kamen.
Sie erlebten dabei auch die Uraufführung des Films von Horst Groth über den Komponisten und Dirigenten Heinz-Ewald Trust.
Frühe Chorreisen in den „Ostblock”
In der filmischen Dokumentation kommt das wohl außergewöhnliche Leben des gebürtigen Gevelsbergers zum Vorschein. Der Mann, der Lokführer werden wollte und dem noch heute bei der Bahnfahrt die besten Ideen kommen, schrieb mit seinem Realschulchor ein Stück Geschichte.
Europa war noch durch den Eisernen Vorhang geteilt, als Ennepetals Realschuldirektor Heinz-Ewald Trust mit großer Unterstützung seiner Frau Sigrid Chorreisen in den sogenannten Ostblock plante. Das Vorhaben gelang. Trust und sein Chor nahmen in der bulgarischen Hauptstadt Sofia am Kulturfestival teil. Die Auftritte berührten die Herzen der Menschen hüben und drüben.
Filmemacher Horst Groth zeigt auch den Besuch des Chores in St. Petersburg. Immer ist ein Hauch von Geschichte zu spüren, ebenso die Lust des Singens. Groth versteht es, den Menschen Trust zu zeichnen, dessen liebenswürdige Art und friedensstiftende Begegnungen. Wie Horst Groth seinen Zuschauern am Schluss des Filmes mitteilen lässt, ist Trust doch noch Bahner geworden. Er trägt die Auszeichnung „Ehren-Lokführer”.
Horst Groth führte auch seinen Film über die aus dem damaligen Bürgerkriegsgebiet Kosovo geflüchtete Familie Papaj vor. Eine große Initiative von Ennepetalern unter Federführung des Kinderschutzbundes und der Katholischen Grundschule schaffte es, die Ausweisung der Familie zu verhindern. Filmemacher Horst Groth geht mit viel Herz zur Sache, lässt die Betroffenen reden, schafft Solidarität für eine Familie, die dem Krieg entronnen ist und im deutschen Paragrafen-Dschungel landet.
Befreiend wirkt die Szene, wie die Pepaj-Kinder fröhlich tanzen und rufen: „Wir dürfen in Ennepetal bleiben!” Übrigens: Mutter, Vater und Tochter Pepaj waren in der „Rosine” dabei, herzlich begrüßt vom Heimatvereins-Vorsitzenden Manfred Michalko. Die Familie aus dem Kosovo ist jetzt endgültig „in Ennepetal angekommen”. So lautet auch der Titel des Films.
Anerkennung an den Abend fanden auch die preisgekrönten Filme des Ennepetalers Horst Groth über die Stadtentwicklung in Milspe, über den Bau des Wasserrades im Hülsenbecker Tal und über das Schicksal von Menschen der Eisengießerei Kruse, die immer wieder um ihren Arbeitsplatz bangen mussten und ihn schließlich verloren.
Mit einem herzlichen Dank von Manfred Michalko an Horst Groth und viel Beifall des Publikums endete der Filmabend, an dem auch Ehren-Bürgermeister Friedrich Döpp und Stadtrat Wilhelm Völlmecke (Linke) teilnahmen.
06:31
Mit Horst Groth haben wir wirkliches Glück eine solche Kapazität mit einem solchen Engagement in unseren Mauern zu besitzen. Er ist ein wahrer Chronist mit den Mitteln des laufenden Bildes.