Festkonzert in der Christuskirche

Capella Vocale und Jugendkantorei singen gemeinsam IMG 0500: Große Erleichterung nach dem Singen: Alles hat gut geklappt. Foto: Veronika Pantel
Capella Vocale und Jugendkantorei singen gemeinsam IMG 0500: Große Erleichterung nach dem Singen: Alles hat gut geklappt. Foto: Veronika Pantel

Schwelm..  Wenn das kein Grund zum Feiern ist: Seit 125 Jahren gibt es evangelische Kirchenmusik in Schwelm.

1890 stand in der „Schwelmer Zeitung“ eine Anzeige, die zur Gründung eines Kirchenchores einlud. Bereits zwei Tage später fanden sich 42 sangesbegeisterte Frauen und Männer im Vereinshaussaal in der Südstraße ein. Vor 45 Jahren entstand die Kantorei der Christuskirche unter Kantor Hans-Jürgen Heß. Und seit 1978 gibt Sabine Horstmann als sechste hauptamtliche Kantorin in Schwelm den Ton an. Ihr liegt auch die Nachwuchs-Förderung besonders am Herzen, und so schaut die Jugendkantorei bereits auf 25 Jahre, die Kinderchöre blicken auf 20 Jahre ihres Bestehens zurück. Den Kammerchor Capella Vocale gibt es seit 1985.

Ein Jubiläumskonzert am Samstagabend stellte alle Chöre in unterschiedlichen Formationen vor. Kirchenmusikdirektorin Horstmann hatte romantische geistliche Chormusik für a capella-Chor ausgewählt. Die machtvolle Psalmvertonung von Felix Mendelssohn-Bartholdy „Jauchzet dem Herrn“ mit dem mehrfach wiederholten „Danket ihm“ sangen die Chöre, dem Anlass entsprechend, freudig und aus vollem Herzen. Auch Kyrie, Gloria und Sanctus aus Josef Rheinbergers Es-Dur-Messe für zwei vierstimmige Chöre erfüllten die große Kirche mit sattem Klang aus fast 80 Kehlen, gewohnt sicher in Stimmenführung und Gestaltung. Der Kammerchor alleine widmete sich alter und neuer Musik und überzeugte mit homogenem Klang und guter Intonation.

Jugend trat in bunten T-Shirts auf

Die Jugendkantorei, in grünen T-Shirts zu erkennen, war an vielen Werken beteiligt – eine gute Einübung in den Übergang in die „große“ Kantorei. Die Kinderchöre, in gelben und roten T-Shirts brachten auch mit frischen geistlichen Liedern und der eindringlichen Bitte um Frieden Farbe in das Jubiläumskonzert. Klavier, Cello und Violine waren die einzige Begleitung bei einigen Liedern, die bereichernde Instrumentalklänge beitrugen. „Jetzt hören Sie drei Jungbässe, fast so berühmt wie die drei Tenöre“, stimmte Sabine Horstmann schmunzelnd auf den Beitrag von Moritz, Max und Justus ein, die mit Händels „Vater, behüte uns“ einmal mehr zeigten, wie intensiv und solide die Ausbildung der Jugendlichen an der Christuskirche verläuft. Zum Schluss ließen sich auch die zahlreich erschienenen Zuhörer gerne auffordern, beim Abendständchen „Der Mond ist aufgegangen“, mitzusingen.

Am Sonntag fand dann der feierliche Festgottesdienst mit Bachkantate statt. Die Chöre begleiteten Tanja Kreiskott, Querflöte, Nils Brückelmann, Oboe, Alexander Yakoniuk und Svetlana Shtraub, Violine, Bernhard Wallerius, Viola, Arabella Ristenpart, Violoncello, Klaus Harms, Kontrabass, Henrik Weiß, Orgel und Solisten der Kantorei. Die Predigt hielt Pfarrer Uwe Rahn.

Im Anschluss an den Gottesdienst fand hatte die Kantorei zu einem Sektempfang ins Petrus-Gemeindehaus eingeladen. Dort berichtete auch Pfarrer i.R. Greiling aus der Arbeit der Chöre seit 1890. Greiling war es auch, der die Festschrift erarbeitet hatte.