Fest der Nächstenliebe in Oberbauer

Die Krippe neben dem Christbaum sorgte für weihnachtliche Atmosphäre.
Die Krippe neben dem Christbaum sorgte für weihnachtliche Atmosphäre.
Foto: WP

Ennepetal..  Für viele ist es eine Selbstverständlichkeit, an Heiligabend gemeinsam mit der Familie zu feiern – beim festlichen Essen und im Lichterglanz des Weihnachtsbaumes. Doch gibt es auch viele Menschen, die an dem besonderen Tag allein sind. In der Evangelisch-freikirchlichen Gemeinde Oberbauer können diejenigen Heiligabend in Gemeinschaft verbringen. Seit einigen Jahren bieten Christen in Ennepetal diese Möglichkeit an.

Zwei Familien haben in diesem Jahr wieder eine Feier für Alleinstehende in den Räumen an der Kotthausstraße organisiert. „Das ist für uns das zweite Mal gewesen“, erzählt Ines Müller. Gemeinsam mit ihrem Mann und den vier Kindern im Alter von sechs bis 19 Jahren sowie einem weiteren Ehepaar bereiteten sie den Abend vor und feierten mit den Gästen, die aus Ennepetal und Schwelm kamen. „Wir machen sowieso erst am ersten Weihnachtstag Bescherung“, erklärt Ines Müller. Nachdem die Familie im vergangenen Jahr erstmals die Organisation mit übernommen hatte, beschlossen sie, auch in diesem Jahr Heiligabend auf die etwas andere Art zu feiern.

Weihnachtsatmosphäre geschaffen

Nach dem Gottesdienst in der Evangelisch-freikirchlichen Gemeinde am späten Nachmittag ging es mit den Gästen nach nebenan in den Wintergarten. Dort, wo immer am ersten Sonntag eines Monats das „Café am Weg“ stattfindet, fand sich nun die weihnachtliche Dekoration mit Christbaum und Krippe, sowie die festlich gedeckte Tafel. Schichtbraten mit Rotkohl und Klößen, Salat und ein Dessert hatten die Gastgeber in Arbeitsteilung zubereitet.

Für die entsprechende Atmosphäre sorgte auch die Weihnachtsgeschichte aus der „Volxbibel“, in der das Neue Testament in eine für Jugendliche verständlichere Sprache gefasst ist, sowie eine Geschichte, die sich um die Frage drehte, wo Jesus heute zur Welt kommen würde. Außerdem sangen die Anwesenden gemeinsam Weihnachtslieder, die Ines Müller am Keyboard begleitete.

Sogar kleine Geschenke konnten die Gäste mit nach Hause nehmen. Der Garten- und Landschaftsbaubetrieb Schneider aus Breckerfeld hatte Plätzchen und Puppenpaare gestiftet, von der Gemeinde gab es einen Kalender zum Psalm 23.

Tradition möglichst fortführen

Sechs Gäste unterschiedlichen Alters feierten in diesem Jahr in Oberbauer mit. Im vergangenen Jahr waren es gar doppelt so viele, die der Einladung, die auch das Angebot eines Fahrdienstes beinhaltete, gefolgt waren. Ob es im kommenden Jahr wieder eine Feier geben wird, werde man im November entscheiden, erklärte Ines Müller. „Wenn möglich wollen wir das aber wieder veranstalten.“

INFO:

Ihren Ursprung hat die Heiligabendfeier für Alleinstehende in der so genannten „Weihnachtszeitreise“, die Ennepetaler Christen vor Jahren erstmals veranstaltet hatten. Dabei wurde in mehreren Stationen – anfangs in der Evangelisch-freikirchlichen Gemeinde an der Harkort­straße, später in den früheren Kruse-Guss-Gebäuden sowie in den ehemaligen Tengelmann-Räumen in Milspe – das Leben in der Zeit von Christi Geburt nachgestellt.

Daraus wurde – vor dem Hintergrund, dass es an Weihnachten um die Liebe Gottes geht – die Idee geboren, etwas für die Menschen zu tun, die Heiligabend allein sind.

2007 wurde erstmals zu einer solchen Feier eingeladen. Nachdem der Veranstaltungsort zunächst wechselte, fand die Feier die vergangenen drei Male in Oberbauer statt, weil in der dortigen Evangelisch-freikirchlichen Gemeinde diejenigen beheimatet sind, die die Organisation übernahmen.