Febi feiert zwei Goldjubilare an einem Tag

Bernard Baranowski (mit Urkunde links) und Gerd Fillbrandt (mit Urkunde rechts) feierten am gestrigen Mittwoch ihr 50-jähriges Arbeitsjubiläum bei der Firma Febi Bilstein in Voerde. In einer Feierstunde im Kollegenkreis wurden sie unter anderem vom langjährigen ehemaligen Geschäftsführer Dieter Siekermann (Mitte) geehrt.
Bernard Baranowski (mit Urkunde links) und Gerd Fillbrandt (mit Urkunde rechts) feierten am gestrigen Mittwoch ihr 50-jähriges Arbeitsjubiläum bei der Firma Febi Bilstein in Voerde. In einer Feierstunde im Kollegenkreis wurden sie unter anderem vom langjährigen ehemaligen Geschäftsführer Dieter Siekermann (Mitte) geehrt.
Foto: WP

Ennepetal..  Ein für die heutige Zeit sehr ungewöhnliches Jubiläum wurde gestern bei der Firma Febi gefeiert – und das gleich doppelt. Bernard Baranowski und Gerd Fillbrandt stehen seit genau 50 Jahren in Diensten des weltweit als Hersteller und Lieferant von Autoersatzteilen tätigen Voerder Unternehmens. In einer Feierstunde wurden die beiden Mitarbeiter der Eigenfertigung geehrt.

„Goldjubilare haben heute Seltenheitswert in einem Unternehmen“, betonte Dieter Siekermann, langjähriger geschäftsführender Gesellschafter und seit Eintritt in den Ruhestand Mitglied des Febi-Beirats. Sein Vater Arnold hatte die beiden einst eingestellt. Dieter Siekermann würdigte die Jubilare und blickte zurück: Als Bernard Baranowski und Gerd Fillbrandt als 14-Jährige ihre Lehre begannen, habe es noch keine CNC-Maschinen und keinen PC gegeben. Der Lohn sei noch bar ausgezahlt worden. Etwa 200 bis 250 Mitarbeiter hatte das Unternehmen damals, bei einem Umsatz von acht Millionen D-Mark. Heute sind es weltweit 1650 Mitarbeiter und 450 Millionen Euro Umsatz. „Sie sind Zeitzeugen und Träger einer Entwicklung, die sehr, sehr spannend war“, meinte Dieter Siekermann.

Dieter Siekermann würdigt beide

Er gratulierte in Stellvertretung für die beiden Geschäftsführer – Siekermanns Sohn Jan und Karsten Schüßler-Bilstein. Glückwünsche und Präsente, neben einer Gratifikation unter anderem Irene Rumplers Buch über die Firmengeschichte der Ferdinand Bilstein GmbH & Co. KG, gab es auch von Personalleiter Dominik Rasch und der neue Betriebsratsvorsitzenden Susanne Wulff. Im Anschluss an die kleine Feier mit Kollegen waren die Jubilare mit Gattinnen noch zum Essen in die „Rosine“ eingeladen.

Was ihn zu Febi zog, drückt Bernard Baranowski ganz einfach aus: „Das war in der Nähe und war so am Günstigsten.“ Der Voerder Junge, der die Volksschule Wilhelmstraße besuchte, wohnte damals an der Bergstraße – und ist dort bis heute zu Hause. „Ich gehe zu Fuß zur Arbeit“, meint er. Am 1. April 1965 begann er seine Ausbildung als Dreher, bis heute ist er im Werkzeugbau tätig. „50 Jahre war ich am Drehen“, sagte Bernard Baranowski gestern schmunzelnd.

Gerd Fillbrandt ist gelernter Schlosser und arbeitet in der Montage. Er besuchte die Volksschule in Hasperbach, wo er auch aufwuchs. Heute wohnt Gerd Fillbrandt mit seiner Frau in Altenvoerde. Zu Febi führten ihn Familienbande. „Mein Bruder arbeitete schon hier“, erzählt er.

An ihre Anfänge erinnern sich beide noch: „Als Lehrling mussten wir putzen und für die Älteren Kaffee machen“, so Bernard Baranowski. Früher habe man neun Stunden am Tag und auch samstags gearbeitet. Viel habe sich im Laufe der Zeit geändert: die Struktur der Firma, die Maschinen, die Räumlichkeiten. Besonders eines gefiel den treuen Mitarbeitern früher besser: „Es war damals sehr familiär. Kameradschaft wurde groß geschrieben und man feierte zum Beispiel Polterabende oder andere Feste zusammen“, so Bernard Baranowski. Zudem sei der Stress bei der Arbeit größer geworden.

Schon bald können die Goldjubilare den Arbeitsstress aber hinter sich lassen. Bernard Baranowski hat am 8. Mai seinen letzten Arbeitstag. Dann werde das Wetter auch schöner und er können sich um seinen großen Garten kümmern, meint der Vater eines Sohnes und einer Tochter. Zudem verreise er gern mit seiner Frau, oft in die Berge. Auch Gerd Fillbrandt sieht dem Ruhestand entgegen. Ende November ist es soweit. Vor allem seinem Enkel möchte er sich dann widmen. Der wird bald sechs Jahre alt und kommt in die Schule. Da ist das Goldene Arbeitsjubiläum, das der Opa gestern feierte, etwas unvorstellbar Fernes.