FDP übt scharfe Kritik an der Stadtverwaltung

Kämpferische Töne für den Bürgermeisterwahlkampf: FDP-Fraktionsvorsitzender Michael Haas, Kandidatin Imke Heymann, FDP-Ortsvorsitzender Klaus Muck und Ratsherr Thomas Braun (von links).
Kämpferische Töne für den Bürgermeisterwahlkampf: FDP-Fraktionsvorsitzender Michael Haas, Kandidatin Imke Heymann, FDP-Ortsvorsitzender Klaus Muck und Ratsherr Thomas Braun (von links).
Foto: WP

Ennepetal..  Der Frühjahrstreff der FDP im Hotel-Restaurant „Rosine“ stand ganz im Zeichen des Wahlkampfes für das Bürgermeisteramt und von scharfer Kritik an der Stadtverwaltung.

FDP-Fraktionschef Michael Haas bezeichnete den Bau des Parkhauses in der Südstraße und des Sportlerheimes am Dorma-Sportpark als „Sorgenkinder“. „Die Abwicklung ist weiterhin suboptimal“, so Haas und erklärte: „Nach meinen Ausführungen im Januar zu diesem Thema hat die Stadtverwaltung eine Gegendarstellung in der Presse veröffentlicht, aber einen Gegenbeweis meiner Behauptungen nicht erbracht. Bevor ich jetzt wieder Arbeitszeit und Kosten in der Verwaltung für eine erneute Gegendarstellung erzeuge, nenne ich lieber keine Zahlen. Nur eins sei dazu gesagt: Es ist noch schlimmer.“ Haas kündigte eine genaue Prüfung durch das Rechnungsprüfungsamt an. Im Beisein des CDU-Fraktionschefs Daniel Heymann sagte Michael Haas:“ Denn abgerechnet wird zum Schluss. Leider ist mit den Ergebnissen erst zu rechnen, wenn der Bürgermeister der Schmerzen (gemeint ist Wilhelm Wiggenhagen – die Red.) nicht mehr im Amt ist.“

Die Umstrukturierung der Stadtbetriebe AöR lasse weiter auf sich warten. „Das Rechnungsprüfungsamt erhält weiterhin keine Zahlen, die interne Verwaltungsprüfung zu Vorgängen in der AöR (diese Zeitung berichtete) hat auch noch keine Ergebnisse vorzuweisen, und der beauftragte Rechtsanwalt kommt, aus welchen Gründen auch immer, bis jetzt zu keinen Erkenntnissen.“

Zum erfolgreichen Bürgerbegehren zum Verbleib der Katholischen Grundschule im Milsper Harkortgebäude erklärte der Fraktionsvorsitzende: „Wie Sie wissen, haben wir andere Vorstellungen gehabt, aber dem Begehren zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu folgen, wäre sicherlich auch keine glückliche Entscheidung.“

Imke Heymann will Veränderungen

Michael Haas kritisierte die rot-grüne Landesregierung, die sich bekanntlich nicht an den Kosten für die Betreuung der Roma beteiligen will. „Nette Lobesbriefe nutzen uns nichts. Hier wurde gute Arbeit geleistet, und die wollen wir auch bezahlt wissen.“ Haas hofft auf Fördergelder für das sich in Arbeit befindliche integrierte Handlungskonzept für den Bereich vom Bahnhof bis zum Industriemuseum. Wörtlich sagte er: „Momentan wird in alle Richtungen geplant und geträumt. Würde das alles umgesetzt werden, würde man Milspe nicht wieder erkennen.“

Die anwesende Bürgermeisterkandidatin Imke Heymann, sie tritt für die CDU, Grüne, Freie Wähler und FDP an, ist für Haas und auch für den FDP-Ortsvorsitzenden Klaus Muck „die richtige Bürgermeisterin für Ennepetal“. Wie es in der Versammlung von FDP-Seite hieß, sei sie kompetent und auch noch „charmant“ (Michael Haas) und vor allen Dingen komme sie nicht aus der Stadtverwaltung. Die gemachten Erfahrungen seien nicht gut.

Imke Heymann sagte auch: „Ich werde die Stadtverwaltung wie einen Industriebetrieb führen, vorhandene Seilschaften auflösen und vor allem erst einmal zuhören und mit den Mitarbeitern reden.“ Ängste vor Veränderungen seien normal. Sie wisse aber auch aus der Stadtverwaltung, dass Veränderungen gewünscht seien.

Für sie sei Transparenz nicht nur für Ratsmitglieder, sondern für alle Bürger wichtig. „Mich interessiert nicht, was irgendeiner mal gesagt hat“, ließ Imke Heymann wissen und kündigte eine Amtsführung mit „Zahlen, Fakten und Ehrlichkeit“ an. Ihr gehe es nur um Ennepetal. „Einen Tag nach der Wahl beginnt für mich der geile Job“, sagte sie siegesgewiss.