Fastenpredigt über Kirche der offenen Türen

Fastenprdigt St. Marien Schwelm von Norbert Lepping.
Fastenprdigt St. Marien Schwelm von Norbert Lepping.
Foto: WP

Schwelm..  Das war es leider schon für dieses Jahr. Norbert Lepping, Referent für missionarische Pastoral im Bistum Essen der katholischen Kirche, schloss mit seiner Fastenansprache den diesjährigen Reigen der Predigten ab.

Lepping sprach auf Einladung von Propst Norbert Dudek in der Marienkirche über den Aspekt der Mission: „Ich träume von einer missionarischen Entscheidung, die fähig ist, alles zu verwandeln.“ Hierbei lag, wie zuvor, das apostolische Schreiben des Papstes über die Freude des Glaubens: „Evangelii Gaudium“ zugrunde. Die Kirche von Papst Franziskus: „Vision oder Utopie?“ wurde hinterfragt.

Norbert Lepping sah Ähnlichkeiten zwischen Martin Luther King und dem amtierenden Papst Franziskus. Für beide gilt der Satz: I have a dream…! „Ich träume von …“ Er veranschaulichte dies anhand des Kinofilms „Selma“, den er vor kurzem gesehen hatte.

Für Papst Franziskus sei eine Kirche im Aufbruch eine Kirche mit offenen Türen, in die man hineingehen kann und aus der Christen hinaustreten in die Welt.

Sich selbst neu entdecken

Norbert Lepping wies darauf hin, dass Mission nicht Ausweitung des kirchlichen Einflussraums, bedeutet, sondern Präsentierung, Vergegenwärtigung des Heils jenen, die glauben, es nicht zu bedürfen. Norbert Lepping weiter: „Mission bedeutet also, aus sich herausgehen, indem wir uns, unsere Botschaft dem anderen aussetzen: Das ist die Grundstruktur des missionarischen Prozesses. Er ist damit immer ein Risiko. Mission ist eine Öffnung zum Unbekannten hin, ist eine Reise ins Fremde, bei der man unter Umständen auch sich selber fremd wird, aber gerade darin sich neu entdeckt.“ Für ihn ist Mission Pastoral mit Ausstrahlung.

Seine Lieblingsvokabel in seinem Glauben heißt „Wandlung“, die Mission von Jesus. Als das tiefe Geheimnis des Glaubens bezeichnet Norbert Lepping „unsere größte Ressource – dass wir uns und die Welt wandeln können und dass die Welt (das „Fremde“) uns wandeln kann.“

Man darf auf die Fastenpredigten im nächsten Jahr gespannt sein. Für Schwelm ist es eine wunderschöne Tradition, aber deutschlandweit nicht selbstverständlich.

Die Fastenpredigt ist eine besondere Form der christlichen Verkündigung. In der Zeit von Aschermittwoch bis Ostern sind die Katholiken aufgefordert, am Sonntagnachmittag ein zweites Mal in die Kirche zu gehen und eine Dreiviertelstunde lang über ihr Leben nachzudenken. Durch den Prediger sollen sie Anregungen erhalten.

Weil in der Frühzeit der Kirche die Erwachsenentaufe im Vordergrund stand, hatte die Fastenpredigt damals den Sinn, auf die Taufe am Ostertag vorzubereiten. Später geriet dieser Aspekt in den Hintergrund. Ziel der Fastenpredigt ist es nun, die Gläubigen auf eine sinnvolle Feier der Auferstehung Jesu von den Toten vorzubereiten.