Fast sicher: Ennepetal wird erstmals eine Bürgermeisterin bekommen

Ennepetal..  Eines ist schon vor der Wahl im kommenden September fast sicher: Ennepetal wird erstmals wohl eine Bürgermeisterin bekommen. Die SPD schickt die derzeitige Erste Bürgermeisterstellvertreterin Anita Schöneberg ins Rennen. Für die CDU – unterstützt von Bündnis90/Die Grünen, FWE und FDP – tritt Imke Heymann an.

SPD ließ Mitgliedern die Wahl

Nachdem Wilhelm Wiggenhagen im Sommer erklärt hatte, dass er für eine zweite Amtszeit nicht zur Verfügung stehen wird, ging es bei den Parteien relativ schnell mit der Suche nach den Kandidaten für die Nachfolge des parteilosen Amtsinhabers. Erstmals ermöglichten dabei die Sozialdemokraten den Mitgliedern die Wahl zwischen zwei möglichen Bürgermeisterkandidatinnen. Anita Schöneberg setzte sich in der parteiinternen Abstimmung schließlich mit etwas über 60 Prozent der Stimmen gegen Ratsfrau Dr. Petra Kappe durch. Schöneberg tritt damit zum dritten Mal zur Wahl an. 2004 unterlag sie gegen Amtsinhaber Michael Eckhardt, 2009 nur knapp gegen Wilhelm Wiggenhagen.

Die CDU verständigte sich mit Bündnis 90/Die Grünen, FWE und FDP darauf, eine gemeinsame Kandidatin aufzustellen. Die Wahl fiel auf Imke Heymann. Die Ehefrau des CDU-Fraktionsvorsitzenden weist bislang kaum kommunalpolitische Erfahrung auf. Man habe jemanden von außen haben wollen, hieß es bei der Vorstellung der Kandidatin.

Möglicher dritter Kandidat könnte der parteilose Daniel Gräfe sein, der seine Kandidatur ankündigte. Gräfe war bei der Kommunalwahl für die AfD angetreten, kurz danach nach parteiinternen Streitigkeiten aber wieder ausgetreten. Nur wenige Stunden stand eine Kandidatur von Oliver Teske im Raum. Der frühere Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld zog seine Ankündigung nach nicht einmal einem Tag wieder zurück, nachdem er sich im Familienkreis noch einmal über die Konsequenzen einer Kandidatur beraten hatte.

Die Kommunalwahl im vergangenen Mai brachte mit der SPD einen Gewinner hervor, während die CDU erhebliche Verluste hinnehmen musste. 38,5 Prozent (+2,6 Prozentpunkte) der Wähler gaben den Sozialdemokraten, die auch fast alle Direktmandate holten, ihre Stimme, nur 26,3 Prozent der CDU – ein Minus von 7,5 Prozentpunkten. Starke Verluste musste die FDP hinnehmen, die nur noch auf sechs Prozent (-4,0) kam. Während die Grünen nahezu unverändert auf zehn Prozent kamen, legte die FWE um 4,7 Punkte auf 8,8 Prozent zu. Mit Jens Knüppel gewann sogar ein FWE-Kandidat das Direktmandat in Rüggeberg. Die AfD zog mit zwei Vertretern in den Rat ein, ebenso die Linke. Wilhelm Völlmecke vertritt die Piraten, die keine Fraktionsstärke erreichten.

CDU, Grüne, FWE, FDP kooperieren

Trotz der zugunsten der SPD veränderten Sitzverteilung blieben die Mehrheitsverhältnisse faktisch ebenso uneindeutig wie zuvor. Im Herbst schlossen CDU, Grüne, FWE und FDP eine Kooperationsvereinbarung ab, die neben der Aufstellung der gemeinsamen Bürgermeisterkandidatin eine enge Zusammenarbeit im Rat vorsieht. Wie sich diese Zusammenarbeit in der Praxis auswirken wird, ist eine der spannenden Fragen auf dem Gebiet der Kommunalpolitik für das kommende Jahr. In den Wochen seit Unterzeichnung der Vereinbarung Mitte November war von einer Umsetzung eher wenig zu bemerken.