Fast ein Kilo Marihuana in Dortmund gekauft

Schwelm..  Wegen neunfachen Drogenbesitzes nicht geringer Mengen in Tateinheit mit Betäubungsmittelhandel und einem Verstoß gegen das Waffengesetz (bei einer Wohnungsdurchsuchung war ein Teleskop-Schlagstock sichergestellt worden), musste sich nun ein 38-jähriger Kreisstädter vor dem Schwelmer Schöffengericht verantworten. Nur sein Geständnis half ihm, dass er nicht hinter Gittern muss, weil alle Juristen minderschwere Fälle annahmen.

Ihm wurden die Drogengeschäfte seines besten Freundes zum Verhängnis. Dessen gesamte Telekommunikation nämlich überwachte die hiesige Kripo wegen konkreten Tatverdachts über längere Zeit. So kam die Polizei auch auf den 38-Jährigen. In seiner polizeilichen Vernehmung gab der Angeklagte bereits zu, zwischen 2012 und Oktober vergangenen Jahres insgesamt neunmal nach Dortmund gefahren zu sein, um dort jeweils zwischen 70 und 100 Gramm Marihuana-Blüten von Dealern erworben zu haben. Die Hälfte davon habe er gewinnbringend weitergegeben.

Durchaus hervorragender Stoff mit einem bis zu 15-prozentigen Anteil von Tetrahydrocannabinol, dem eigentlichen Wirkstoff, wie festgestellt wurde. Das erwirbt ein Konsument eher selten.

Angeklagter geständig

So geständig der Schwelmer Angeklagte bei der Polizei noch war, umso mehr eierte er vor Gericht nun herum. Immer wieder wollte er den gewinnbringenden Weiterverkauf relativieren. Er habe ja höchstens pro Gramm 50 Cent aufgeschlagen. „Es war doch für meine Freunde und ich wollte doch nur die Fahrtkosten, quasi Spesen, wieder hereinbekommen.“ Letztlich allerdings bekannte er sich komplett schuldig. Normalerweise würden seine Eltern seinen Drogenkonsum finanzieren. „Sie wollen nicht, dass ich auf die schiefe Bahn komme und klaue.“

Zum Lebenslauf des Beschuldigten: „Seit 16 Jahren rauche ich Cannabis. Meist 15 Joints pro Woche.“ Auch noch heutzutage. Nun will der 38-jährige Schwelmer aber unbedingt einen Entzug anstreben, wie er betonte.

Oberstaatsanwalt Dr. Holger Schlüter, der 15 Monate Bewährungsstrafe beantragte, sagte im Abschluss-Plädoyer: „Es ist Ihr Leben. Ihr bester Kumpel sitzt mittlerweile für Marihuana-Deals knapp fünf Jahre ein. Wenn Sie sich nicht von der Droge lösen, sind Sie auch bald im Knast. Wenn die Polizei – und die Beamten sind nicht dumm – Sie noch einmal nur mit einem Gramm erwischt, war es das für Sie!“

Bewährungshelfer zur Seite gestellt

Das Schwelmer Schöffengericht folgte Dr. Schlüters Antrag. 15 Monate auf Bewährung. Der Vorsitzende Arnulf Arentz: „Besser, als der Herr Oberstaatsanwalt kann ich es nicht ausdrücken.“ Die Richter stellten ihm zudem einen Bewährungshelfer zur Seite und verhängten 100 Stunden gemeinnützige Arbeit als Auflage.