Fahrer stellt sich erst zwei Stunden nach schwerem Unfall

Gevelsberg..  Es war schon ein heftiger Unfall, der sich im Sommer vergangenen Jahres, genauer gesagt am 22. Juni, im Unterbraker Weg in Gevelsberg gegen 2.45 Uhr ereignete. Ein Fahrzeug der Marke BMW geriet ins Schlingern, kam von der Fahrbahn ab und prallt mit zwei am Straßenrand abgestellte Personenwagen zusammen.

Rund 17 000 Euro Schaden entstand laut Gutachter, versicherungstechnisch gültig gemacht werden, können allerdings „nur“ etwas über 9000 Euro. Der Unglücksfahrer, ein 26-jähriger Gevelsberger, musste sich nun vorm Schwelmer Strafgericht verantworten. Vorwürfe: Trunkenheit am Steuer, Straßenverkehrsgefährdung und Unfallflucht.

Angeklagter schweigt

Der Angeklagte selbst wollte zu den Vorgängen vor Gericht gar nichts mehr sagen. Ein Geständnis gab es bereits. Es wurde nämlich zwei Stunden nach der Unglücksfahrt abgelegt. Freiwillig stellte er sich noch nach dieser Zeit der Polizei, was durchaus strafmildernd zu beurteilen war. Eine Blutprobe ergab im Mittel 1,25 Promille, ein Atem-Alkoholtest untermauerte dies.

Die Strategie seiner Anwältin Susanne Jakobs-Tschorn indes erwies sich vor Gericht als wenig hilfreich für ihren Mandanten. Die Juristen ließ den Gevelsberger vor Gericht gar nicht mehr zu Wort kommen. Vielmehr beanstandete die Sprockhöveler Fachanwältin für Verkehrsrecht das Alkohol-Gutachten. Es sei nicht verwertbar, die Rückrechnung unzulässig.

Geldstrafe und Führerschein weg

Mehrfach musste die Anwältin sich von Staatsanwaltschaft und Gericht belehren lassen, dass es sich nicht um eine Verhandlung wegen einer Straßenverkehrs-Ordnungswidrigkeit handele, sondern es im Prozess gegen den Gevelsberger um ein Strafverfahren gehe.

Letztlich verurteilte der Vorsitzende Richter Tobias Ozimek auf Antrag der Staatsanwaltschaft den 26-Jährigen zu 3500 Euro Geldstrafe, sowie weiteren fünf Monaten Sperrfrist für den Führerschein, der ihm am Tattag bereits vorläufig entzogen wurde.