Es gibt eine klare Linie

Ein Kommentar von Redakteur Klaus Bröking.
Ein Kommentar von Redakteur Klaus Bröking.
Foto: Volker Speckenwirth
Was wir bereits wissen
Es ist beeindruckend, wie in Gevelsberg mit der Flüchtlingswelle umgegangen wird.

Noch bevor sie zu einem fassbaren Problem wurde, erinnerte der inzwischen verstorbene Cap-Anamur-Gründer Rupert Neudeck daran, dass es eine Pflicht ist, Menschen zu helfen, die Angst um ihr Leben haben. Er sprach beim Neujahrsempfang 2015 auch über die Chancen, die darin liegen. Tamilische Mädchen tanzten und zeigten, wie schön es ist, eine andere Kultur neben sich zu haben. Menschen mit Wurzeln aus dem Ausland bedankten sich für die Chancen, die sie in Deutschland erhalten haben.

Die positive Stimmung, mit der die Verantwortlichen und Multiplikatoren an diesem Tag nach Hause gegangen sind, hat die Flüchtlingswelle getragen. Niemand kochte ein politisches Süppchen auf der Flamme des Hasses. Beeindruckend wie zum Beispiel die CDU erklärte, sie hätte Bedenken bei der Gesundheitskarte für Flüchtlinge, würde aber selbstverständlich zustimmen, wenn die Stadtverwaltung überzeugt sei, das erleichtere ihre Arbeit. Bürgermeister Claus Jacobi, die Sozialdemokraten, die ihm den Rücken stärken und auch die Männer und Frauen in der Stadtverwaltung widerstanden der Versuchung, sich in Siegerpose zu werfen oder irgendeine Effekthascherei zu inszenieren. Dafür gaben sie dem Engagement der Bürger ohne Besserwisserei eine Plattform.

Es gibt klare Linien. Wie armselig ist dagegen alles, was wir täglich aus Berlin und München hören?