Es geht noch bis zur Kirmes

Wie lange wünscht man sich ein „Frohes neues Jahr“?, wollte mein Kollege Andreas Grube gestern an dieser Stelle wissen. Haben wir die Chance jetzt schon verpasst? Pastor Thomas Werner gab mir gestern die beruhigende Antwort für ihn mit auf den Weg. Aus Gevelsberger Sicht ginge das noch theoretisch bis zum Anblasen der Kirmes im Sommer.


Nun wage ich es allerdings in aller Bescheidenheit, dem Mann der Evangelischen Kirche zu wiedersprechen. „Frohes neues Jahr“ wünscht der Gevelsberger seinen Mitmenschen nur bis wenige Wochen vor dem Start der Kirmes im Dorf. Dann wird der fromme Wunsch durch den Spruch „Schöne Kirmes“ abgelöst.


Zu Kirmeszeiten selbst verwendet der Gevelsberger dann eine Sprache, die ihn von aus exotischen Breiten angereisten Gästen - zum Beispiel aus Ennepetal oder Schwelm - dann doch unterscheidet. Die Frage „Wie geht es Dir?“ zur Begrüßung wird gestrichen. Stattdessen eröffnet der Gevelsberger das Gespräch mit den Worten „Warste schon aufe Kirmes?“. Wenn man auf dem schrägsten Jahrmarkt Europas selbst - und das ist schließlich der Zweck der Veranstaltung - einen Bekannten trifft, dann sollte man auf keinen Fall fragen: „Bist Du schon lange auf der Kirmes?“. Wer das wissen möchte, der fragt einfach: „Haste schon nen Fischbrötchen gegessen?“


Und in diesem Sinne, falls wir uns in diesem eben erst begonnen Jahr noch nicht persönlich begegnet sind: Ich wünsche Ihnen eine frohe, neue Kirmes...