Erna Kummer feiert ihren 95. Geburtstag

Ennepetal..  Erna Kummer, die an der Damaschke­straße wohnt, feiert am morgigen Sonntag ihren 95. Geburtstag.

Die Jubilarin wurde in Lossa (Sachsen Anhalt) geboren, arbeitete nach Beendigung der Schule auf einem Bauernhof im Nachbardörfchen. „Mit dem Pferd habe ich die Felder gepflügt und nach getaner Arbeit durften wir uns vor das Bauernhaus setzen und Kaffee trinken. Das Schönste war dann das Quatern mit den anderen Helfern“, schmunzelt Erna Kummer.

„Als junge Frau machte ich alleine ‘rüber“, sagt sie. In einem Durchgangslager in Iserlohn, in dem sie Essen für DDR-Flüchtlinge ausgegeben hatte, lernte sie ihren Lebensgefährten kennen, der früh verstarb. So habe sie ihren kleinen Sohn Peter, da sie bei der Firma Kettler in Haspe Arbeit als Maschinenbedienerin fand, in ein Heim nach Hohenlimburg gegeben. „Ich musste doch arbeiten, hatte aber niemanden, der meinen Sohn betreut.“ Erna Kummer schwärmt heute noch von ihrem „menschlichen Chef“ in der Hasper Firma, der ihr ein winziges Zimmer für 5 Mark monatlich vermittelt habe.

Bei der Familie wird gefeiert

„32 Jahre habe ich bei Kettler jeden Tag zehn Stunden im Akkord gearbeitet. Aber ich habe es gern getan, mir war keine Arbeit zuviel.“ Als der Sohn 14 Jahre alt war, holte die Mutter ihn wieder zu sich, man zog nach Hasperbach.

Erna Kummer strahlt heute viel Fröhlichkeit aus. „Ich habe schwere Zeiten durchgemacht, aber das haben andere ja auch. Doch ich würde alles wieder ganz genauso machen, ich bin so stolz auf meinen Sohn.“ Der Hausarzt in Voerde sage auch immer zu ihr: „Frau Kummer, sie lachen immer.“

Die Geburtstagsjubilarin hat zwei Enkel und drei Urenkel.

Gern hat Erna Kummer gehandarbeitet, etliche Sachen für Sohn Peter genäht. Sie ist Mitglied der VBG und war lange Jahre in der AWo.

An ihrem Ehrentag ist Erna Kummer bei ihrer Familie in Heinsberg, die ihr eine schöne Feier ausrichten wird.