Erinnerung an dramatische Flucht aus der Ukraine im zweiten Weltkrieg

Schwelm..  Bewegende Rückschau auf neun Jahrzehnte: Katja Wetterkamp feierte gestern zusammen mit ihren Töchtern Marianne Pflug und Brigitte Willich sowie mit Enkelin Kim Willich ihren 90. Geburtstag. Neben der Familie gratulierte auch hoher Besuch der Stadt Schwelm: Die stellvertretende Bürgermeisterin Christiane Sartor überreichte dem Geburtstagskind einen Blumenstrauß im Namen von Rat und Verwaltung.

Jahre der Doppelbelastung

Katja Wetterkamp erzählte von ihrer Kindheit in der Ukraine – und dass sie in den Wirren im und nach dem zweiten Weltkrieg zusammen mit ihrem Mann nach Deutschland flüchtete. Es war ein langer und sehr beschwerlicher Weg, dennoch hätte die junge Familie es im Jahr 1948 „nach und nach bis nach Deutschland geschafft“. In Wuppertal fand das Paar seine neue Heimat, lebte dort viele Jahre. In der Stadt der Schwebebahn wurden nicht nur die vier Kinder, jeweils zwei Töchter und zwei Söhne, geboren, sondern auch sieben Enkelkinder. Stolze 65 Jahre lang waren Katja Wetterkamp und ihr Mann letztlich verheiratet.

In ihrer ersten Zeit in Deutschland war die Jubilarin Hausfrau und Mutter. Doch als das Geld für die Familie nicht mehr reichte, begann sie bei der Firma Vorwerk zu arbeiten, insgesamt 16 Jahre lang. Trotz der Doppelbelastung durch Familie und Arbeit meisterte die Mutter den Alltag. Zusätzlich engagierte sie sich sehr lange als Betreuerin beim Damenfußball im Verein Fortuna Wuppertal, hatte immer für jeden „ein offenes Ohr“, so ihre Tochter.

Vor zehn Jahren zog Katja Wetterkamp dann zusammen mit ihrem Mann in das Seniorenheim in Schwelm um. Leider verstarb ihr Gatte im Jahr 2010, seitdem lebt sie allein in der Seniorenresidenz.

Geprägt von Freud und Leid

Kurzum: Die Jubilarin schaute gestern auf ein langes und bewegtes Leben zurück – mit optimistischem Blick nach vorn. Die Geburtstagsgäste jedenfalls applaudierten nicht nur zum runden Geburtstag, sondern auch für die Kraft, Freud wie auch Leid gemeistert zu haben.