Ennepetaler Wehrleute retten 56 Menschen

Von links die stellvertretenden Stadtbrandmeister Volker Engelking, Timo Schemmann, die Geehrten Wilfried Zuschlag und Peter Eckelt, Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen und Stadtbrandmeister Frank Schacht.
Von links die stellvertretenden Stadtbrandmeister Volker Engelking, Timo Schemmann, die Geehrten Wilfried Zuschlag und Peter Eckelt, Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen und Stadtbrandmeister Frank Schacht.
Foto: Hans Jochem Schulte

Ennepetal..  Das war Balsam für die Seelen der vielen Politiker in der Aula des Reichenbach-Gymnasiums. In ihrer Jahresbesprechung dankte die Ennepetaler Feuerwehr für die durchgeführten auch teuren Beschaffungen wie neue Löschfahrzeuge einschließlich Defribillatoren, Atemschutzüberwachungstafeln und Wärmebildkameras für die Löschgruppen Rüggeberg und Külchen.

Schriftführer Ulrich Lüdorff sagte im Beisein von Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen, der stellvertretenden Bürgermeister Anita Schöneberg und Manfred Drabent, des Vorsitzenden des Ausschusses für Feuerschutz- und Rettungswesen, Christoph Lotz (SPD), sowie Vertreter der einzelnen Ratsfraktionen: „Ich denke, dieses ist nicht in allen Kommunen in einer derart unaufgeregten Art und Weise möglich!“

Baustart in Voerde wohl im Oktober

Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen dankte den Wehrleuten und sprach vom „bürgerschaftlichen Engagement“. Der Bürgermeister fand Zustimmung durch Beifall, als er sagte: „Im Oktober geht es los mit dem Bau des Gerätehauses in Voerde!“ Der Unterschied zwischen einem Neubau oder Anbau betrage rund 250 000 Euro. Die Gremien des Rates würden sich bald damit beschäftigen.

Wenn die Feuerwehr, wie im vergangenen Jahr neue Fahrzeuge für 710 000 Euro bekam, sei das kein Spielzeug für die Wehr. Kreisbrandmeister Rolf-Erich Rehm gab in seinem Grußwort den Politikern eine Entscheidungshilfe für Voerde: „Ein Neubau zahlt sich aus, auch wenn es im Moment teurer ist!“

Zum Jahresende 2014 bestand die Ennepetaler Feuerwehr aus 147 aktiven ehrenamtlichen Feuerwehrleuten, 36 hauptamtlichen Wehrleuten mit zusätzlich drei Jahrespraktikanten, 35 Frauen und Männern im Musikzug, 53 Mitgliedern der Ehrenabteilung und 37 Mitgliedern der Jugendfeuerwehr. Insgesamt habe die Wehr 308 Mitglieder gegenüber 303 im Vorjahr.

Ulrich Lüdorff listete auf: 610 mal wurde die Feuerwehr im vergangenen Jahr alarmiert. Es waren u. a. 74 Brandeinsätze, 285 technische Hilfeleistungen, 87 Gefahrenguteinsätze, 45 First-Responde-Einsätze (Erste Hilfe bis zum Eintreffen des Rettungdienstes), 45 überörtliche Hilfeleistungen. In 97 Fällen gab es technische Fehlalarme, blinde und böswillige Alarme.

Schriftführer Lüdorff: „Die Wehr hat 56 Menschen gerettet und 16 Tiere geborgen!“ Er appellierte an die Bürgerschaft: „112 benötigt Hilfe. Frauen und Männer werden zur Mitarbeit in der Feuerwehr dringend gesucht!“ Christoph Schöneborn, der Geschäftsführer des Feuerwehr-Landesverbandes, stellte die Projekte des Verbandes zur Mitgliederbindung vor. Die Geschäftsstelle sei übrigens an Ennepetal herangerückt und von Düsseldorf nach Wuppertal-Langerfeld gezogen. Für Christoph Schöneborn ist der jetzt zur Ehrenabteilung zählende ehemalige Wehrführer Rainer Kartenberg ein Ausnahmetalent. Mit Nachfolger Frank Schacht habe man in Ennepetal ein weiteres Ausnahmetalent.

Der von Ralf Schieling vorgelegte Kassenbericht fand einstimmig Zustimmung. Zum neuen Kassenprüfer wurde Jörg Baumann gewählt.

Gute Zusammenarbeit

Zu Beginn der Versammlung hieß Stadtbrandmeister Frank Schacht auch Vertreter der Nachbarwehren, der Polizei (Jürgen Hirsch), der verschiedenen Hilfsorganisationen, Pfarrerin Anja Martin und die Ehrenamtsbeauftragte der Stadt, Sabine Hofmann, willkommen. Schacht sprach von einer guten Zusammenarbeit. Der Wehrchef dankte auch den Musikerinnen und Musikern im blauen Rock.

An dem Abend wurden auch hohe Ehrungen ausgesprochen: Im Namen des NRW-Innenministers zeichnete Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen gleich zwei verdiente Männer aus. Peter Eckelt vom Musikzug der Wehr und Wilfried Zuschlag von der Löschgruppe Külchen erhielten das Feuerwehrehrenzeichen in Gold und dazu noch Präsente. Bürgermeister Wiggenhagen und Feuerwehrchef Frank Schacht würdigten die Arbeit der Männer. Peter Eckelt ist aktiver Musiker und seit Jahren 1. Vorsitzender der Stadt- und Feuerwehrkapelle. Wilfried Zuschlag ist 35 Jahre aktiv in der Löschgruppe Külchen, als Kassierer Mitglied des Kommandos. Zuschlag stammt aus einer Königsfelder Feuerwehrfamilie. Der Großvater des nun Geehrten war viele Jahre Löschgruppenführer. Einne besondere Ehre gab es auch den jungen Ehrenstadtbrandmeister Rainer Kartenberg. Die Stadt Ennepetal, der Ennepe-Ruhr-Kreis und die Bezirksregierung in Arnsberg stimmten zu. Kartenberg darf an seiner Uniform die Funktionsabzeichen eines Stadtbrandmeisters tragen. Wie es die Spielregeln wollen, entfernten Bürgermeister Wiggenhagen und Kartenberg-Nachfolger Frank Schacht die Schulterzeichen und befestigten sie dann wieder- unter Beifall.