Ennepetal wird Marinestützpunkt – Treffen der Besatzung der Atlantis

Der Ennepetaler Günther Müller organisiert vom 17. bis 19. April ein Ehemaligentreffen des 7. Marinesuchgeschwaders - Bundesmarine - Boot  „Atlantis“ in Ennepetal.
Der Ennepetaler Günther Müller organisiert vom 17. bis 19. April ein Ehemaligentreffen des 7. Marinesuchgeschwaders - Bundesmarine - Boot „Atlantis“ in Ennepetal.
Foto: WP

Ennepetal..  Das Meer ist einige hundert Kilometer entfernt und die Ennepe nicht schiffbar – dennoch wird Ennepetal am übernächsten Wochenende zu einer Art Marinestützpunkt. 46 ehemalige Besatzungsmitglieder der Atlantis verbringen drei Tage in der Stadt. Der Voerder Günther Müller, einst Obermaat auf dem Minensuchboot, organisiert das Treffen.

Im Zeitraum von 1968 bis 1972 fuhren die Ehemaligen auf dem Boot, das zum 7. Marinesuchgeschwader der Bundesmarine gehörte und in Küstennähe Minen suchte. 2003 traf sich die Truppe in Westhofen erstmals wieder. Seitdem folgten – immer organisiert von einem anderen – weitere Zusammenkünfte in Haffkrug, Dresden, Mommenheim, Überlingen am Bodensee und Kassel.

Im vergangenen Jahr, beim bislang letzten Treffen, wurde jemand gesucht, der für 2015 die Organisation übernimmt. „Da habe ich gesagt, ich mache das“, so Günther Müller. Unterstützung erhält er von einem weiteren Ennepetaler, Walther Benfer, den er im Vorjahr als Gast mitgenommen hatte. Benfer, ehemaliger Hauptgefreiter, war in den 50er Jahren auf der Ems unterwegs.

Die 46 Gäste sorgen dafür, dass die „Rosine“ und das „Lenjas“ vom 17. bis 19. April, ausgebucht sind. In der „Rosine“ wird es am Freitagabend einen Empfang und ein gemeinsames Abendessen geben. Dort singt dann passender Weise auch der Shanty Chor Voerde. Im vergangenen Jahr hatte Günther Müller als Mitglied der Aechterbieckschen Landsknechte und Husaren aus Gevelsberg mit seinem Fanfarenzug noch die Feier des Shanty Chor bereichert, nun erfolgt der Gegenbesuch.

Drei Tage Programm

Für den Samstag ist eine Fahrt mit dem Kaiserwagen der Wuppertaler Schwebebahn vorgesehen. Zudem stehen Kaffeetrinken und Besichtigung in Schloss Burg auf dem Programm. Abends findet der Ausklang bei Natorp („Zur guten Quelle“) auf Jellinghausen statt.

„Aus ganz Deutschland, von Bayern bis zur Nordseeküste kommen die Teilnehmer“, erzählt Günther Müller. Die meisten sind, wie er, Mitte bis Ende 60, einige aber auch schon über 70. Dennoch lassen sie sich die Treffen nicht entgehen.

Das 7. Marinesuchgeschwader bestand aus zehn Booten. Stationiert war es von 1968 bis 1996 in Neustadt/Holstein. Aufgabe der Minensuchboote war es, deutsche und internationale Seewege von Minen zu räumen. 1968 erfolgte der größte Einsatz im Ärmelkanal. Dort waren noch unzählige Ankertau-, Magnet- und Induktionsminen zu räumen. Zudem seien die Minensuchboote im Fehmarnbelt zur Nahaufklärung unterwegs gewesen und hätten jedes durchfahrende Schiff gemeldet, erklärt Günther Müller. Auch Auslandsfahrten nach Schweden, England, Dänemark und Belgien standen an.

Viele Einsätze im Ausland

So haben die Ehemaligen sich immer einiges zu erzählen, wie Günther Müller berichtet. Der Organisator des diesjährigen Treffens bedankt sich bei allen, die dafür finanzielle Unterstützung geleistet haben.

Übrigens: Die Atlantis gibt es noch. Das Minensuchboot wurde zwar vor fast genau 20 Jahren, am 20. März 1995, außer Dienst gestellt. Seit dem Jahr 2000 hat es aber seinen Platz als Museumsschiff im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden gefunden.