Ennepetal für ein Wochenende der Heimathafen

Ennepetal..  Seit fünf Jahren liegt das Minensuchboot im Albert-Hafen in Dresden vor Anker: Die „Atlantis“, die einst vor deutschen Küsten und Flüssen als Boot der Bundesmarine eingesetzt war, ist jetzt ein Museumsschiff. Für die ehemalige „Atlantis“-Besatzung war an diesem Wochenende Ennepetal Heimathafen. Und was tun Matrosen an Land? Sie feiern, singen, tanzen und träumen von der See und fernen Ländern.

Organisator Günther Müller

Günther Müller (66) aus Enepetal hatte seine alten Kameraden von der „Atlantis“ eingeladen. 45 Männer waren es, ehemalige Bootsmänner, Maate und Mannschaftsangehörige (alle mit ihren Frauen). Sie waren am Freitag in der „Rosine“ angelandet zum 8. Ehemaligentreff der „Atlantis“, die zum 7. Minensuchgeschwader zählte. „Der Kommandant des Schiffs ist hier von Bord“, sagt Günther Müller bedauernd. „Er konnte leider nicht kommen.“

Für die Ehemaligen, die ganz verstreut in Deutschland wohnen (von der Waterkant bis hin zum Bodensee) hatte Günther Müller ein spezielles Programm ausgearbeitet. Auf der Bühne im Wintergarten der „Rosine“ standen weiß gekleidete Matrosen und sangen von der Seefahrt, von Häfen und vom Abenteuer. Es war der Shanty Chor Voerde, der die Besucher schnell ins Schunkeln brachte. Moderator Helmut Schulte, der als junger Mann selbst auf Booten der Bundesmarine durch die See kreuzte, war in seinem Element als Shanty-Chor-Moderator und auch als Solosänger. Chorleiter Jürgen Schöneberg mischte sich mit seinem Akkordeon ins Publikum. Die Gitarre aufheulen ließ unter anderem Anita Schöneberg, die Erste Bürgermeisterstellvertreterin, im Matrosen-Look gekleidet. Die „Rosine“, sie wurde zur Hafenbar.

Schwebebahn und Schloss Burg

Am Samstag gab es für die meisten Gäste Ungewöhnliches. Die Mariner schwebten im Kaiserwagen der Schwebebahn über die Wupper. Im Schloss Burg gab es ein Kaffeetrinken und abends hieß es noch einmal „Seemannsgarn spinnen“ in der Gaststätte „Zur guten Quelle“ auf Jellinghausen. Am Sonntag verließen die Minensucher wieder ihren Wochenend-Heimathafen Ennepetal. Hier hat es ihnen gefallen beim „Wochenend-Kommandanten“ Günther Müller. Er freute sich, dass Sponsoren das Treffen möglich machten.