Ennepe von Staustufen befreit

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Ennepetal..  Die Ennepe ist in weiten Teilen des Stadtgebietes von Wehren befreit und kann wieder ungehindert fließen. Mehr als eineinhalb Jahren hatten die vorbereitenden Planungen gedauert, umgesetzt wurde die Maßnahme in eineinhalb Wochen. Ein unspektakuläre Aktion – aber mit großer Wirkung.

Bei den Bauarbeiten im Flussbett hinter der Araltankstelle an der Neustraße und dem Platsch ging es nicht nur darum, die Ennepe im Herzen der Stadt zu renaturieren und wieder natürlicher zu gestalten. Auch die Verbesserung der Wasserqualität steht im Mittelpunkt, nicht nur für den Menschen, sondern auch für die Lebewesen in der Ennepe.

Für Wanderfische wieder geeignet

Eine Aufgabe, die die Kommunen bundesweit seit Jahren beschäftigt. Den Startschuss dazu hatte unter anderem das Programm „Lachs 2000“ gegeben, wie Reinhold Daimer von den Stadtbetrieben erklärt. Er ist mit der technischen Abwicklung betraut und betont, dass es das Ziel sei, nicht nur diesen Fisch wieder in heimischen Gewässern anzusiedeln, sondern auch die Lebensbedingungen für Wanderfische wie Bachforellen, Bachneunauge oder Groppen zu verbessern. Dadurch, dass die Ennepe nun wieder in weiten Teilen ungehindert fließen könne, erhöhe sich der Sauerstoffgehalt – und damit auch die Qualität der Ennepe.

Die Staustufen sollen aber auch zum Hochwasserschutz abgebaut werden. Statt gestaut zu werden, soll das Wasser bei Starkregenereignissen kontinuierlich ablaufen können. Dies ist aber nur ein Baustein eines groß angelegten Handlungsprogramms, das entsprechende Vorgaben, die von der EU in der EG-Wasserrahmenrichtlinie festgelegt wurden, berücksichtigt. Dazu gehört auch die Ufergestaltung im Blick zu haben, Kläranlagen und Kanäle zu ertüchtigen, damit kein Abwasser in die Flüsse gelangen kann, Regenrückhaltebecken zu modernisieren und eben das „Freihalten der Abflussquerschnitte“, wie es in der Fachsprache heißt.

Völlig frei fließen die Ennepetaler Flüsse aber nicht. Zwar seien bereits mehrere Wehre abgebaut, zuletzt in der Heilenbecke an der Severinghauser Straße und am Schwarzen Weg, doch viele seien auch noch in privater Hand. Gespräche stehen in den nächsten Wochen an. Und das Erarbeiten neuer Maßnahmen. Für den Abbau der Wehre gab es Fördermittel, schließlich standen auch kostenintensive Bodenuntersuchungen an. Weitere Mittel sollen beantragt werden, für neue Projekte, die nun erarbeitet werden.