"Good News"-Sänger in...
Einmaliger Auftritt für jungen Chor
18.01.2010 | 18:36 Uhr 2010-01-18T18:36:00+0100
Andrea Luthe singt seit knapp einem Jahr. Am Sonntagabend stand sie in der ausverkauften Dortmunder Westfalenhalle auf der Bühne – und sang vor 9500 Gästen.
Die 43-Jährige und 19 weitere Mitstreiter aus dem Rüggeberger „Good News”-Chor durften bei dem Pop-Oratorium „Die 10 Gebote” auftreten – und so mit Erfolgsproduzent Dieter Falk, Schauspieler Otto Sander und Monrose-Sängerin Bahar Kizil musizieren.
„Das war ein ganz tolles Erlebnis”, berichtet Luthe begeistert. „Es war der mit Abstand größte Auftritt, den wir je hatten. Wir sind ja alles Amateure.” Ingesamt 2555 Sänger aus über 80 Chören in ganz NRW durften bei dem Beitrag der evangelischen Kirche zum Kulturhauptstadtjahr Ruhr.2010 mitmischen.
Gemeinsam proben, konnten die Chöre allerdings nie. „Es hat eine Hauptprobe in Bochum gegeben. Dort konnte allerdings nur ein Teil unseres Chores dabei sein. Der Schneesturm Daisy hat für mehr als die Hälfte von uns die Anreise nach Bochum unmöglich gemacht”, erklärt Luthe. Also wurde im Gemeindehaus geprobt – mit einer CD.
Ein einziges Mal versungen
Parallel zu den Klängen aus dem CD-Player übte der Chor die Lieder ein. Ein Mal die Woche, gut drei Monate lang. Mit Erfolg. Denn bei der öffentlichen Vorpremiere – vor immerhin auch über 8000 Zuschauern – und der Uraufführung gab es keine Probleme, jedenfalls keine größeren.
„Wir haben uns ein einziges Mal versungen und sind aus dem Rhythmus gekommen”, berichtet Silke Zirkenbach, die ebenfalls in dem „Good News”-Chor singt und in Dortmund dabei war. „Unser Dirigent Christoph Spengler hat sich daraufhin, während der Vorstellung, theatralisch auf den Boden geworfen. Wir mussten uns zusammenreißen, um nicht laut loszulachen”, erinnert sich Zirkenbach. Die Zusammenarbeit mit den insgesamt drei Profi-Dirigenten gehörte für die Sängerin zu den Höhepunkten des Auftritts.
Nervös waren die Rüggeberger übrigens nicht. „Ich hatte kein Lampenfieber. Immerhin waren 2500 Sänger auf der Bühne. Wenn da einer den Text vergisst, fällt das gar nicht auf”, sagt Andrea Luthe und lacht. Gut eineinhalb Stunden dauerte die Aufführung. Über 19 Lieder wird die Geschichte des Volkes Israel von der Berufung Moses und dem Auszug aus Ägypten bis zum Empfang der Zehn Gebote am Berg Sinai erzählt. Im Südkreis wird der „Good News”-Chor seine einstudierten Lieder leider nicht vortragen können. „Für jeden Song aus dem Oratorium, den wir singen würden, müssten wir rund 1000 Euro an Lizenzgebühren zahlen”, sagt Silke Zirkenbach.
So bleibt der Auftritt von Dortmund für die Rüggeberger ein einmaliges Erlebnis.
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