Einfache Lösungen für Friedhof Linderhausen

Friedhof der „offenen Tür“: Weil sich das Tor nicht mehr schließen lässt, haben sich die TBS zur dauerhaften Öffnung entschlossen.
Friedhof der „offenen Tür“: Weil sich das Tor nicht mehr schließen lässt, haben sich die TBS zur dauerhaften Öffnung entschlossen.
Foto: WP

Schwelm..  Das Tor zum Friedhof in Linderhausen steht Tag und Nacht sperrangelweit offen. Das ist so gewollt und wird auf absehbare Zeit auch so bleiben. Dies teilten die Technischen Betriebe Schwelm am Dienstagabend auf Nachfrage im TBS-Verwaltungsrat mit.

Der „Friedhof der offenen Tür“ ist dennoch keine ganz freiwillige, sondern eher eine pragmatische Lösung,wie TBS-Vorstand Markus Flocke gegenüber der Politik erläuterte. Hintergrund: Die Wurzeln der Bäume links und rechts vom Tor haben die Torpfosten im Laufe der Jahre dermaßen in die Neige gedrückt, dass sie inzwischen schief stehen. Die Folge: Die Torflügel lassen sich nicht mehr schließen.

Bäume zu fällen ist TBS zu teuer

TBS blieben zwei Möglichkeiten. Entweder die Bäume zu fällen und die Torpfosten neu auszurichten, was laut TBS-Vorstand Flocke zu teuer geworden wäre. Oder alles zu belassen und einen Torflügel der großen Durchfahrt dauerhaft offen stehen zu lassen. TBS habe sich nach Abwägung von Kosten und Wirkung für zweite Variante entschieden, hieß es sinngemäß. Das kleine Törchen für die Fußgänger auf rechter Torseite bleibt geschlossen, weil die Zuwegung dahinter zu uneben ist. Um die Situation zu kennzeichnen wurde Flatterband am kleinen Törchen angebracht, was unschön aussieht.

Es ist nicht die einzige Einschränkung, mit der die Linderhauser auf ihrem Friedhof klar kommen müssen. Das marode Vordach vor der kleinen Kapelle, das abgerissen wurde, wird nicht wieder ersetzt. „Wir haben das nicht geplant“, erklärte TBS-Vorstand Markus Flocke auf konkrete Nachfrage von Hans-Werner Kick (SPD).

Entscheidung nach Abwägung

Auch diese Entscheidung ist Ergebnis einer internen Abwägung bei den Technischen Betrieben. Das defekte Vordach wieder in Schuss zu bringen, hätte 7000 bis 10 000 Euro gekostet, teilte Flocke im Verwaltungsrat mit. Der Abbruch nur 3000 Euro. Die nötige Investition stünde seiner Meinung nach nicht im Verhältnis zum erzielbaren Effekt, erklärte der TBS-Vorstand. Zumal auf dem Friedhof jährlich maximal zehn Beerdigungen stattfänden.

Neues Urnengrabfeld

Investiert wird hingegen auf dem städtischen Teil des Oehder Friedhofs. Hier errichten die Technischen Betriebe gerade ein neues Urnengrabfeld mit kreisförmigen Sandstein-Trockenmauern für insgesamt 115 Urnengräber. Das Besondere: Neben Reihen-/Wahlgräbern werden im inneren Ring auch so genannte „Premiumgräber“ angeboten. Bei denen kann ein in die Mauer eingelassener Steinquader miterworben werden. Dieser Quader, der auch aus Glas, Keramik oder Edelstahl sein kann, darf beschriftet werden. „Wir glauben, damit den Zeitgeist anzusprechen“, erklärte der TBS-Vorstand im Verwaltungsrat.

Eine Belegung in besonderer Lage ist voraussichtlich ab Anfang April möglich. Die vorgesehene Gebühr dafür: Für das Urnengrabfeld ohne Steinquader 885 Euro und für das Urnengrabfeld mit Steinquader 1270 Euro. Den endgültigen Beschluss darüber muss allerdings noch der Rat der Stadt Schwelm in seiner Sitzung am 23. April fällen.

Voll-Service bei Müllabfuhr

Das letzte Wort wird der Rat auch bei einem ganz anderen Thema haben, wozu der TBS-Verwaltungsrat am Dienstagabend bereits seinen einstimmigen Segen gab. Die Technischen Betriebe wollen ab 1. Juli einen so genannten Voll-Service bei der Müllabfuhr anbieten. Das heißt: Wer demnächst seine Restmüll-, Biomüll- oder Altpapiertonne vom eigenen Haus zum nächsten Abholpunkt schleppen muss, kann dies gegen Entgelt auch von Mitarbeitern der TBS machen lassen. Zur Erläuterung: Aufgrund neuer Bestimmungen der Unfallkasse zum Rückwärtsfahren von Müllfahrzeugen ist demnächst die Abholung nicht mehr in allen kleinen Straßen und Gassen im Stadtgebiet möglich. Dort, wo das nicht der Fall ist, müssen Anwohner ihre Tonnen in Zukunft am nächst anfahrbaren Haltepunkt zur Abholung bereit stellen. Betroffen sind 28 Stellen im Stadtgebiet und die Maßnahme greift ab 1. Juli.

Von diesem Zeitpunkt an soll es auch den „Voll-Service“ geben. Pro Behälter werden dafür jährlich mindestens 25 Euro fällig. Die genauen Kosten hängen von der Wegstrecke ab und werden bei einem Ortstermin ermittelt. Alle Anwohner der 28 Stellen, die von der Neuregelung betroffen sind, werden direkt angeschrieben. Generell, so TBS, wird der Voll-Service aber auch allen anderen Haushalten angeboten.