Eine radfreundliche Stadt als Ziel

Das Fachforum will bei der Stadt die Sanierung der Radwege im Stefansbachtal sowie „Am Werde“ thematisieren.
Das Fachforum will bei der Stadt die Sanierung der Radwege im Stefansbachtal sowie „Am Werde“ thematisieren.
Foto: Essen

Gevelsberg..  Das Fachforum Radverkehr der Zukunftsschmiede hat sich zum Ziel gesetzt, Gevelsberg und Umgebung auch zukünftig noch radfahrfreundlicher zu gestalten. Auf der ersten Jahressitzung standen die Ausweitung des Radwegenetzes sowie die Förderung des Alltagsradverkehrs auf der Agenda.

„Durch die Fertigstellung des Sprockhöveler Schee-Tunnels und der Wuppertaler Nordbahntrasse sind im vergangenen Jahr tolle Radverkehrsverbindungen mit sanften Steigungen entstanden“, lobte Fachforums-Sprecher Georg Schäfer zunächst die jüngsten Positiventwicklungen und ergänzte die Aufzählung durch die im Bau befindlichen Trassen-Verbindung von Wetter-Wengern bis Gevelsberg-West.

Schnellstmöglicher Handlungsbedarf

Doch um als Gevelsberger in den Genuss der Radverbindung nach Wuppertal zu kommen, müsse man stets den Umweg über Haßlinghausen in Kauf nehmen, relativierte Schäfer und wünscht sich eine gradlinige, flache Radwegverbindung von der Gevelsberger Innenstadt über Schwelm und Nächstebreck bis nach Wuppertal. So sei der jetzige, ohne Radschutzstreifen ausgestattete Direktweg über Rosendahler Straße und Landstraße für Pedalisten äußerst gefährlich, war sich das Fachforum einig.

Eine mögliche Idee ist die Nutzung des stillgelegten Eisenbahntunnels von Gevelsberg-West über Linderhausen bis nach Schwelm-Loh. Ab da könnte der Weg der ehemaligen Bahntrasse entlang in Richtung Nächstebreck und dort auf die entstandene Kohlenbahn führen, konzipierten die Radfahrförderer. „Allerdings gibt es hier zwei Probleme. Einmal die Loher Industrieplanungen und zum anderen die Überquerung der A1 im Bereich des Autobahnkreuzes“, weiß Schäfer. Eine Brücke wäre nicht allzu teuer, weil sie nur für maximal 3,5 Tonnen schwere Revisionsfahrzeuge ausgelegt werden müsse.

Kooperation mit Schwelmern

Hinsichtlich des Loher Industrieausbaus bestehe jedoch schnellstmöglicher Handlungsbedarf, weil weitere Baumaßnahmen einen möglichen Radweg verbauen könnten. „Deshalb wollen wir uns bald mit der Schwelmer Radverkehr-Kommission zusammensetzen, um uns diese Möglichkeit für die Zukunft zu erhalten“, begründete Schäfer, relativierte jedoch, dass es bis zur Realisierung eines solchen Trassenprojekts noch Jahrzehnte dauern könne.

Doch auch das hiesige Stadtgebiet wollen die Förderer radfahrerfreundlicher gestalten. Nachdem man sich innerhalb der letzten Jahren erfolgreich für diverse Tempo-30-Zonen eingesetzt hatte, soll auch die Radfahrer-Öffnung von Einbahnstraßen weiter vorangebracht werden. „In drei Fällen ist das auch umgesetzt worden. Dass es jedoch für die Brüderstraße abgelehnt worden ist, kann ich nicht nachvollziehen“, bilanzierte Schäfer und nannte den Ausbau des Oberbraker Wegs als weitere mögliche Einbahnstraßen-Sonderregelung. Auch auf den letzten 100 Metern bis zur Innenstadt sieht die Gemeinschaft Handlungsbedarf. So plädiert man in Burgstraße, Teichstraße und Nirgenastraße für den Einsatz von Radschutzstreifen und will sich dazu in naher Zukunft mit Stadtplaner Björn Remer zusammensetzen. Dann sollen auch die Sanierung der Radwege im Stefansbachtal sowie „Am Werde“ thematisiert werden.

Am 22. August wartet das Radforum wieder mit einer geselligen Drei-Städte-Radtour auf, die diesmal von Milspe aus über Gevelsberg und Hagen-Haspe bis nach Voerde führen wird.