Eine Alternative für das Bücherlesen

Ennepetal..  „Lesen ohne Bücherschleppen, Lesen trotz Sehbehinderung“ – unter diesem Motto hatten Pia Grebe vom Stadtteilbüro Voerde, Verena Lückel, Leiterin der Stadtbücherei und Wolfgang Büge, Vorsitzender des Blinden- und Sehbehindertenvereins EN-Süd, in das Haus der Begegnung an der Lindenstraße eingeladen, um über E-Book-Reader und DAISY-Abspielgeräte zu informieren.

„Ich bin überrascht, wie viele Interessierte gekommen sind“, freute sich Verena Lückel über ein volles Haus. Sie bekomme aus ihrer täglichen Arbeit immer häufiger mit, dass von den älteren Lesern manche nicht mehr kommen, weil das Bücherlesen schwieriger geworden sei. Entweder weil der Weg zu beschwerlich geworden ist, oder die Augen nicht mehr so mitmachen.

Mit den Ohren lesen

Wie bei Annelies Altenhenne, die ehemalige Vorsitzende und Kulturreferentin der Landsmannschaft Schlesien. Früher habe sie auf jeder Veranstaltung Gedichte und Erzählungen vorgetragen.„Meine Augen sind so schlecht geworden, ich kann kaum noch lesen“, bedauert Annelies Altenhenne.

So sei sie dankbar für das Angebot beispielsweise von DAISY (Digital Accessible Information System), und sie beugte sich interessiert über das DAISY-Abspielgerät, dessen Hörtechnik Wolfgang Büge ausführlich erläuterte. „DAISY ist extra für Blinde konzipiert und dient mit Funktionen, die ein MP3-Player nicht hat, wie zum Beispiel ein Wiedereinstieg an der letzten Lesestelle“, so Büge. „Hören Sie abends an einer Stelle auf zu lesen, springt DAISY morgens, wenn Sie weiterlesen möchten, genau zu der Stelle, an der Sie aufgehört haben zu lesen.“ Petra Steffen-Mester aus Rüggeberg hatte von ihrem Mann zum Geburtstag einen E-Book-Reader bekommen. Sie wollte sie sich die Funktion erklären lassen. Horst Schneider aus Milspe reichte auf Wunsch der Besucher sein Weihnachtsgeschenk herum: Einen E-Book-Reader – und er wollte sich letzte Kniffe von Verena Lückel holen, die eingehend über die Onleihe Ruhr informierte. Lediglich ein gültiger Bücherei-Ausweis sei wichtig. „Mein Alter von 1953 gilt also nicht mehr?“, scherzte Horst Schneider. Wer noch keinen E-Book-Reader besaß, hörte aufmerksam zu, schien Gefallen an der Technik zu finden. Verschiedene Geräte konnten getestet werden. Auch können Geräte in der Bücherei ausgeliehen werden.

Schriftgröße anpassen

„Gerade für ältere und nicht mehr so mobile Menschen eröffnet so ein E-Book-Reader interessante Möglichkeiten“, sagte Pia Grebe. Optimal sei, dass man die Schriftgröße individuell anpassen könne.

Im Haus der Begegnung erwartete die Besucher eine Ausstellung von Hörbüchern, Großdruckbüchern und DAISY-CDs. Hörbücher im DAISY-Format, wie beispielsweise „Blutiger Klee“, „Der Duft von Erde und Zitronen“ oder „Die Hexe und der Leichendieb“, hält die Stadtbücherei vor.

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