Einbruch ein Alptraum für 82-Jährige

Ennepetal/Schwelm..  Es war der absolute Alptraum einer 82-jährigen Ennepetalerin. Den späten Nachmittag des 23. März wird sie wohl nie vergessen. Ein Krimi, den man niemals selbst erleben möchte. Gegen 17.30 Uhr klingeln unbekannte Männer mehrfach an der Eingangstür des Einfamilienhauses an der Straße Schweizerhaus. Als niemand öffnet, hebeln sie im Erdgeschoss eine Balkontür auf und durchwühlen in den Wohnräumen mehrere Schränke und verwüsten die schicke Einrichtung. Zwei Täter waren im Haus, einer wartete am Steuer eines Autos quasi vor der Tür.

Der Fahrzeugführer musste sich nun nach über drei Monaten Untersuchungshaft (in Handfesseln vorgeführt) vor dem Schwelmer Schöffengericht verantworten.

Rentnerin kommt aus dem Keller

Zurück zur erschreckenden Tat. Die 82-Jährige ist zwar nicht in der Wohnung, aber im Keller. Sie hört Rumpeln und denkt, ihr Sohn sei zu Besuch „oben“. Daher geht sie die Treppe wieder herauf. Allein dadurch vertreibt sie die Einbrecher, die es mit der Angst bekommen, weil sie dachten, das Haus sei menschenleer. Eine Zeugin kann das Kfz-Kennzeichen des Autos notieren, mit dem die Einbrecher samt Sparbüchse mit rund 100 Euro Beute fliehen – ein Gelsenkirchener Kennzeichen.

Die hiesige Polizei reagierte sofort, informierte die Kollegen bezüglich des Verdachtes. Die Ruhrpott-Polizisten waren als Zivilstreife sofort an der Halteradresse vor Ort. Sie wollten das Trio sofort festnehmen. Zwei gingen durch die Lappen. Den Angeklagten konnte eine 25-jährige Polizistin nach wilder, TV-vergleichbarer Verfolgungsjagd quer durch Gelsenkirchen stellen. Sie holte ihn von den Bahnschienen, damit er nicht von einem Zug überrollt wird.

14 Monate auf Bewährung

Er entschuldigte sich nun vor Gericht. Er sei sehr traurig und beschämt, ließ der Mann, der nach Roma-Recht verheiratet ist und eine zweijährige Tochter hat, wissen. Für die Mitschuld an dem Einbruch hat dies natürlich keinen Einfluss.

Letztlich erntete der Rumäne „das übliche Urteil“ – also Bewährung. Immerhin 14 Monate mit Strafaussetzung auf drei Jahre. Der Haftbefehl wurde ausgesetzt. Es wurden keine Handfesseln mehr angelegt, stattdessen wurde er entlassen. Sein anwesender Vater nahm ihn direkt auf und fuhr mit ihm zurück nach Gelsenkirchen.