Einblicke in ein Riesenreich

Ennepetal..  „Chinas erstaunlicher Wandel“, lautete das Thema. Als Arno Adam vom Vorstand der Kulturgemeinde den Referenten Prof. Dr. Thomas Heberer willkommen hieß, war die Aula des Reichenbach-Gymnasiums sehr gut gefüllt. Man liest, hört und sieht viel in den Medien über das Riesenland, aber man weiß recht wenig über die inneren Strukturen des Staates.

Prof. Heberer forscht derzeit als Senior-Professor an der Universität Duisburg-Essen über Politik, Gesellschaft und Kultur Chinas und bereist seit Jahrzehnten jährlich das Land. China stelle kein einheitliches System dar, erklärt er. Was in Peking beschlossen würde, werde auf der untersten Ebene, in den Landkreisen, sehr häufig anders interpretiert und ausgeführt.

Zuhörer stellen Fragen zu Tibet

Die herrschende Kommunistische Partei forciere die Marktwirtschaft. Staatsbetriebe seien schon in der Unterzahl. Die Volkswirtschaft wachse und die Strukturen passten sich an. Das Land sei eben nicht wandlungsunfähig, wie es immer wieder im Westen heiße. Der chinesische Staat betrachte sich als eine Art Entwicklungs-Agentur.

Es gab aus dem Publikum heraus noch viele Fragen, unter anderem zum Problem Tibet. Des Professors Antwort: „Völkerrechtlich gehört Tibet zu China.“ Für katholische Christen werde es wohl bald eine Lösung geben. „China und der Vatikan nähern sich an.“

Arno Adam in seinem Schlusswort: „Der Vortrag war äußerst informativ.“ Dann überreichte er dem Professor den „Höhlentropfen“. Das ist schon fast Kult in der Kulturgemeinde.