Ein zweites Leben für ausrangierte Handys

Bitten um Unterstützung der guten Sache: (von links) Bürgermeister Jochen Stobbe, AGU-Kassiererin Ilona Wiese, AGU-Vorsitzender Michael Treimer, sein Stellvertreter Tim Stark und Mirko Feldermann vom Bürgerbüro.
Bitten um Unterstützung der guten Sache: (von links) Bürgermeister Jochen Stobbe, AGU-Kassiererin Ilona Wiese, AGU-Vorsitzender Michael Treimer, sein Stellvertreter Tim Stark und Mirko Feldermann vom Bürgerbüro.
Foto: WP

Schwelm..  Schätzungsweise 72 Millionen ausrangierte Handys gab es weltweit im Jahr 2010. Drei Jahre später waren es rund 106 Millionen. Die allermeisten von ihnen sind voll funktionsfähig, aber eben nicht mehr chic oder sonstwas, und landen deshalb in der Schublade oder schlimmstenfalls im Müll. Das Geschäft mit den Handys ist ein enormer Ressourcen-Verbrauch – und genau dagegen setzt die Arbeitsgemeinschaft Umweltschutz (AGU) Schwelm nun ein Zeichen. Sie beteiligt sich mit Unterstützung der Stadtverwaltung an der bundesweiten Aktion Happy Handy und sammelt ausrangierte Mobiltelefone ein.

Gib alten Handys neuen Sinn

„Gib alten Handys neuen Sinn“ heißt das Motto dieser Aktion, das gleichzeitig auch ihr Inhalt ist. Altgeräte sind keine Wegwerfware, sondern werden dringend benötigt: entweder als Sekundärrohstoffe, die durchs Recycling gewonnen und zu neuen Produkten weiterverarbeitet werden, oder – falls sie noch funktionstüchtig sind – für die Wiederverwendung.

„In Handys stecken viele Edelmetalle und Seltene Erden“, erklärte AGU-Vorsitzender Michael Treimer. „Sie nicht zu recyceln, wäre eine unglaubliche Verschwendung.“ Aus all den Altgeräten, die aktuell in den Schubladen schlummern, ließen sich 876 Tonnen Kupfer, 382 Tonnen Kobald und 26 Tonnen Silber gewinnen, erklärte sein Stellvertreter Tim Stark.

Die Idee zur Teilnahme an der Aktion hatte AGU-Kassiererin Ilona Wiese. Von der guten Sache überzeugt, ist auch die Stadt, in deren Bürgerbüro an der Moltkestraße/Schillerstraße nun die Sammelbox steht. Bis Mitte Dezember können dort Altgeräte eingeworfen werden. Auch Bürgermeister Jochen Stobbe, der um Unterstützung der Aktion wirbt, will seinem ausrangierten Altgerät so nun einen neuen Sinn geben.

„Wer mitmacht, unterstützt den Umweltschutz gleich zweimal“, erklärte AGU-Vorsitzender Michael Treimer. Einmal durch die Aktion an sich, und auch, weil die AGU für jedes gesammelte Handy einen Euro bekommt. „Den investieren wir natürlich wieder in unsere Umweltarbeit“, versicherte Treimer.

Bundesweit nehmen aktuell 239 Vereine und 89 Schulen an der diesjährigen Aktion teil. Die AGU ermuntert auch andere Vereine und Einrichtungen, mitzumachen.