Ein Problem mit verschiedenen Facetten

Eins ist klar: Die Gevelsberger Kirmes hat ein Glasproblem. Es ist allerdings wesentlich vielschichtiger als nur der Bruch, den die heimische Polizei immer wieder als Gefahrenquelle ins Spiel bringt. Das zeigt die Bilanz, die der Skiclub nun zieht. Das Geld, das für den Ersatz von Biergläsern ausgeben wird, könnte besser in die Vereinsarbeit investiert werden.

Was tun? Die Antwort dürfen wir uns nicht einfach machen. Schließlich sollen auf der Gevelsberger Kirmes nicht auch noch zusätzliche Tonnen von Plastikmüll produziert werden und auch der Wohlfühl-Effekt für die Gäste aus Nah und Fern muss erhalten bleiben. Mein persönlicher Eindruck als Kirmesbesucher ist auch, dass die Glasscherben gar nicht in erster Linie von Biergläsern stammen, sondern von Flaschen, die vor allen Dingen junge Besucher in ihren Rücksäcken mitbringen. Ich habe auf der diesjährigen Kirmes bewusst kein einziges, absichtlich zertrümmertes Glas bemerkt. Ich bin aber einige Male beinahe gestürzt, weil ich auf eine dieser kleinen Magenlikör-Fläschchen getreten und dabei ausgerutscht bin.


Die Stadt will nun in Ruhe Bilanz ziehen, Zahlen und Fakten sammeln und dann genauso ruhig mit allen Betroffenen und Beteiligten überlegen, wie es im kommenden Jahr weitergehen soll. Um mit den Worten eines ehemaligen Berliner Bürgermeisters zu sprechen: Und das ist auch gut so.


Ich persönlich finde eine Lösung sympathisch, wie sie ähnlich bei großen Konzerten angewandt wird. Wieso nicht einen stabilen, wiederverwendbaren Becher mit Gevelsberger Kirmesmotiven aus Plastik herstellen lassen, der für einen mindestens kostendeckenden Pfandbetrag abgeben wird? Wer am Ende des Zugs über die Kirmes ihn wieder zurückgibt, der bekommt sein Pfand zurück. Wer ihn als Erinnerung mitnehmen möchte, der hat ein schönes Souvenir an tolle Tage. Vielleicht würde noch ein Getränkehersteller als Sponsor die Brieftasche für den „Kirmeskrug aus Kunststoff“ öffnen. Das Pfand dürfte dann auch kein Vorwand sein, keine Runden zu schmeißen: „Glas her – dann mehr!“ Wer auf sein Pfand verzichtet, würde damit einfach und bequem die Kirmesgruppen zusätzlich unterstützen. Das Ganze dann noch ergänzt durch Rucksack-Kontrollen, um die Selbstversorger abzuschrecken. Wäre das was?