Ein märchenhafter Zug durch eine bunte Traumwelt

So fröhlich können Menschen sein, wenn die Schule beendet ist und die Kirmes begonnen hat: Der Abi-Jahrgang 2015 des Gevelsberger Gymnasiums war einer der gern gesehenen Gästegruppen im diesjährigen Kirmeszug.
So fröhlich können Menschen sein, wenn die Schule beendet ist und die Kirmes begonnen hat: Der Abi-Jahrgang 2015 des Gevelsberger Gymnasiums war einer der gern gesehenen Gästegruppen im diesjährigen Kirmeszug.
Foto: Bernd Richter

Gevelsberg..  Wie gestern der Gevelsberger Kirmeszug war? Da werden sich die Zehntausende von Besuchern, die ihn erleben durften, schnell einig sein: Märchenhaft, traumhaft, farbenfroh und zauberhaft. Die Gevelsberger Kirmesgruppen entführten in diesem Jahr mehr als früher die Menschen in eine beeindruckende, fantastische Welt.

Vie vam Kopp

Traumhaft ging es mit Vie vam Kopp und gleich zwei Wagen los, die dem Thema „Die Schöne und das Biest“ gewidmet wurden. Alle waren sie da: das tanzende Besteck, die sprechende Kaffeekanne im „Tanzsaal“ und „Schlossgarten“. Als Kontrast dazu, wurde der Einzelgänger – das Sturmtief „Wilde Hilde“ – von einer Straßenseite zur anderen geweht.

Fidele Vogelsanger

Märchenhaft ging es gleich bei den Fidelen Vogelsangern weiter. Die entführten die Kirmesbesucher nach „Madagascar“. Und die Pinguine und Äffchen waren in ihrem Cabrio-Flugzeug so in Schwung, dass der ganze Wagen nur noch bebte, wenn sie im Takt hüpften.

Aechter de Biecke

„Auf Majas Wiese ist was los“, meinte Aechter de Biecke. Zum 65. Geburtstag durften sich die Rentner-Bienen auf Stühlen erholen, der Rest feierte schwungvoll Geburtstag. Bis auf eine Biene, die ausgerechnet eine Pollenallergie hat. Und eine 65 drehte sich zu Beginn so rasant um die eigene Achse, „weil die Jahre so schnell vergangen sind“, wie die Vereinsmitglieder meinen.

Pinass Brumse

Jochen Bludau, Chef des Elspe-Festivals, wird es nicht gern hören: „Karl May gehört nach Gevelsberg“, fordert die Pinass Brumse. Auch wenn der heimische Old Shatterhand nicht nur gegen die bösen Indianer, sondern auch gegen die eigenen Pfunde kämpft. Während die Alten Cowboy und Indianer spielten, hielten die Jungen es mit Ernie, Bert und der Sesamstraße: „Wer nicht fragt bleibt dumm“.

Im Dörnen

Weiter ging es auf der Reise durch die Fantasiewelt: „20 000 Meilen unter dem Meer“. Die Kirmesgruppe Im Dörnen ließ ein beeindruckendes U-Boot „Nautilus“ mit Kapitän Nemo im Ausguck in den Gevelsberger Häuserschluchten abtauchen. Es gab aber auch Hawaii-Mädchen und ein Eigengebräu: „Die (tanzenden) Flaschen vom Dörnen“, gefüllt mit Dörnenbräu.

Hippendorf

Die Kleinsten der Kleinen, „Die hippen Glühwürmchen“, führten die Darstellung der Hippendörfer an, die auch ihren Wagen ganz der Nachwuchsarbeit gewidmet hatte: Es gab einen Blick ins „Kinderzimmer einst (dem Zeitalter vor der Erfindung des Smartphones) und jetzt“. Stark auch die Hippendörferinnen mit ihrem Schneckenrennen und der Blick auf das „Dinner for Fun“ als Miss Sophies Gäste alle noch lebten. Auf den Einzelgänger mit seiner Schrauben-Frau mussten die Zuschauer verzichten, weil Daniel Laake sich an der Hand verletzt hatte. Gute Besserung.

Börkey

Spanisch kamen den Zuschauern die Börkeyer vor, auch wenn beim feurigen Flamenco ein deutlicher Frauenüberschuss bemerkbar war. Bevor Männer das Tanzbein schwingen, verkleiden sie sich lieber als Toreros oder Stiere. Villariba maß die Kräfte mit Villabajo, Don Quijote ritt durch die Mittelstraße. Bemerkenswert. Die Kindergruppe hieß alle Menschen, die mit Wurzeln in der Ferne nach Gevelsberg kommen, willkommen: „Tolerant und bunt, am Börkey geht es rund“. Es darf auch ruhig einmal etwas nachdenklicher sein, nachdem die Barbie-Girls der Frauengruppe in eine rosarote Welt entführt hatten.

Mühlenhämmer

„80 Jahre online“ sind die Mühlenhämmer. Ihr Waschweib – oh, Pardon: Einzelgänger – versuchte mit Zigarre im Mundwinkel die Wäsche auf die Leine zu bekommen. Ideenreich auch die Aerobic-Gruppe, die sich fragte: Warum einen Waschbrettbauch haben, wenn ein Waschbrett doch genügt? Ansonsten gab es eine „Schöne Schweinerei“ auf den Festwagen, wo die Säue von ihren Metzgern im Nahkampf kaum zu unterscheiden waren.

Schnellmark

Bei der Feuerwehr haben sich die Schnellmärker beliebt gemacht. Bei ihnen ging es auf zwei Wagen um die Flammenbekämpfung, auch wenn die manchmal von einem „Fensterl-Angriff“ auf hübsche Frauenzimmer kaum zu unterscheiden war. Umrahmt wurden die Blauröcke von Kindern als Sterntalern, Panzerknackerinnen und einer Zeitungsente, die sich auf der Kirmes umgesehen hatte und zum Schluss kam: „Blaukittel aus der Mode“.

Berge

Mit Blumenschmuck und vor allen Dingen Gemüsezucht sind die Kirmesfreunde aus Berge auf dem Weg zur Eigenversorgung. So kam es, dass ein kompletter Kleingarten in der Gevelsberger City zu sehen war.

Vie ut Asbi’eck

Zum 30. Geburtstag hatte sich die Gruppe Vie ut Asbi’eck selbst eine gigantische Geburtstagstorte gebacken. Der Einsatz der Country-Freunde EN passte gut zu dem schmucken Mississippi-Dampfer, den die Kirmesgruppe zu Wasser gelassen hatte, unter anderem mit charmanten Ladys aus dem Wilden Westen an Bord.

Dä vam Lusebrink

Nach hinten gerutscht waren Dä vam Lusebrink mit ihrer Helene Fischer, die auf einem goldenen Vogel ritt. Der Trecker der Kirmesgruppe hatte Probleme mit der Treibstoffversorgung des Motors. Aber schließlich kam die Lusebrinker doch noch ins Ziel, wenn auch ein wenig „atemloser“ als eigentlich gedacht.

Und das war nur das Programm der zwölf Kirmesgruppen. Hinzu kommen noch die gern gesehenen Gäste. Allen voran die Delegationen aus Schwelm, Voerde und Haspe. Die Hagener waren diesmal sogar mit zwei Wagen über die B7 angereist. Viele Fanfaren- und Drumcorps aus Westfalen, dem Rheinland, den Niederlande und die heimischen Spielleute sorgten dafür, dass Musik in der Luft lag. Die „Flying Vocals“ schrieben „Waterloo“ von Abba zu einer Gevelsberg-Hymne um. Die Bambini-Feuerwehr sorgte mit ihren Löschübungen für Abkühlung bei sommerlichen Temperaturen. Die Abiturienten, die Damen der Volleyball-Abteilung des TV Eintracht Vogelsang oder der Förderverein des FSV feierten einfach nur auf ihren Wagen, der griechische Kulturverein tanzte, Radio Meckel feierte 50. Geburtstag. Kein Wunder, dass Petrus ein paar Tränen vergoss, als der Zug fast vorbei war.

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