Ein liebenswerter Ort, der Heimat gibt

In der voll besetzten Turnhalle an der Schule lassen sich die Gäste bei der 700-Jahr-Feier unterhalten und über ihr Dorf informieren.
In der voll besetzten Turnhalle an der Schule lassen sich die Gäste bei der 700-Jahr-Feier unterhalten und über ihr Dorf informieren.
Foto: WP

Ennepetal..  Rüggeberg, ein liebenswerter Ort, der Heimat gibt, und das schon nachweislich seit 700 Jahren. Gefeiert wurde dieses Ereignis in der Turnhalle mit Musik, Vorträgen und vor allem mit schönen Gesprächen an den Tischen. Die Dorfgemeinschaft feierte sich selbst.

Schon in ihrer Begrüßung sprach die 2. Vorsitzende des Heimatvereins Rüggeberg, Marion Tigges-Haar, von einem wunderschönen Ort mit einem Zusammenhalt in der Dorfgemeinschaft. So waren auch alle Rüggeberger Vereine und Organisationen vertreten. Der Kreativkreis und die Landfrauen hatten die Tische geschmückt, die Feuerwehr bediente die Gäste mit Getränken und der CVJM bot Speisen an. Motor des Erinnerungsgeschehens war der Heimatverein Rüggeberg mit Werner Balke an der Spitze.

Die Original Sauerländer Musikanten unter der sicheren Leitung des Dirigenten Stephen Cornell eröffneten die Feier mit dem Marsch „Hoch Heidecksburg“ und wurden wenig später festlich mit Beethovens „Die Himmel rühmen“.

Die Gemeinschaft betont

Das Besondere an Rüggeberg sei die Gemeinschaft und Werner Balke der Anführer. Das habe er bei den Treffen zur Vorbereitung des Festes erfahren, sagte Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen in seinem Grußwort. „Ich sage Danke für den Bürgersinn.“ Staatssekretär Dr. Ralf Brauksiepe (CDU) betonte, dass Heimat nichts Altmodisches sei. Er sei immer froh zu hören, wenn es heiße „Das Dorf liegt uns am Herzen!“

Dass dies in Rüggeberg so ist, wurde beim Festabend deutlich. Pfarrer Andre Graf sprach von einem liebens- und lebenswerten Rüggeberg mit einer wunderbaren Kirche mitten im Ort und von weit her sichtbar. Gerd Fischer, der erst kürzlich in Voerde zum Ehrennachtwächter gekürt wurde und ein Schulfreund Werner Balkes ist, ließ tief in die Geschichte der heimischen Region blicken. Die Bauern hätten auf eigenem Grund und Boden gebaut und wintertags ihre Werkzeuge hergestellt. Daraus sei an der Ennepe und darüber hinaus die Industrie entstanden. Gerd Fischer am Ende seines Vortrags: „Mensch bleiben ist das wichtigste.“

Dankesworte an die Rüggeberger sprach auch der Vorsitzende des Förderkreises Industriekultur, Prof. Dr. Reinhard Döpp. Er hatte gerechnet: In 700 Jahren haben 21 Generationen in Rüggeberg gelebt. Döpp erinnerte an den Bau der Heilenbecke Talsperre und u. a. an August-Wilhelm Schumacher, der Vorsteher des Heilenbecker Wasserverbandes war und in Rüggeberg seine Heimat hatte. Die Heimat Westfalen wurde gleich in vier Strophen besungen: auf der Bühne zusammen von Pfarrer Graf und den Politikern Brauksiepe, Röspel und Faupel und vom Publikum.

Plattdeutsches und viel Musik

Werner Balke erzählte in Plattdeutsch und in Reimform die Geschichte Rüggebergs, von Bauern, Handelsleuten und von den drei Kneipen am Marktplatz. Für Schmunzeln sorgten Ilona Wiggenhagen und Astrid Bicking von „Dä Plattspieläl-Lüe“ des Heimatvereins Milspe mit „Vertellkes“. Als die Original Sauerländer Musikanten einen Boogie Woogie spielten, mussten die Akteurinnen noch mit ihren Männern Wilhelm Wiggenhagen und Theo Bicking eine kleine Tanzschau geben.

Moderatorin Marion Tigges-Haar interviewte auch den Gründer und Vorsitzenden der Original Sauerländer Musikanten, Horst Gockel. So erfuhr das Publikum, dass der Rüggeberger Georg Tyrolf das „Original“ im Namen des Orchesters „erfunden“ habe.

„Öffnen Sie die Herzen“, hatte Marion Tigges-Haar zu Beginn gesagt, „und verleben Sie frohe Stunden!“ Das war dann auch so, wesentlich dazu bei trugen die Original Sauerländer Musikanten, die zum Abschluss der Feier passend „Amazing Grace“ spielten.

Nach einer kurzen Pause lockte DJ Reiner die Besucher auf die Tanzfläche.