Ein lichtes Blau im Schwelmebad

Eröffnung der Freibadsaison Foto: Bernd Richter
Eröffnung der Freibadsaison Foto: Bernd Richter
Foto: WP

Schwelm..  Der Rasen ist frisch gemäht. Doch so kurz vor den Start in die Freibadsaison ist der das geringste Problem für das rund zwölf Köpfe zählende Aktiv-Team des Trägervereins Schwelmebad. Bis die Becken zum Schwimmen freigegeben werden können, sind die Ehrenamtler im Dauereinsatz und wird der Rasen wohl noch ein weiteres Mal unters Messer kommen.

Mit einem Kinderfest soll am Samstag, 30. Mai, ab 10 Uhr in die Saison gestartet werden. Der Eintritt ist frei, Spenden sind natürlich gerne gesehen. Neben Rollrutsche, Hüpfburg und Kinderschminken wartet auf die ganz hartgesottenen, wenn das Wetter mitspielt, die Wasserkrake aus dem Elsebad in Schwerte. Dazu gibt es Leckereien vom Grill sowie Waffeln, Kuchen und Getränke.

Saisonstart kostet 15 000 Euro

Die letzten Wochen hat der Bürgerbadbetreiber für Reparaturen und Sanierungsarbeiten in der Anlage genutzt. Mit einer Diamant-Betonschleifmaschine wurde der Boden des Schwimmers plan geschliffen, ca. 500 Liter Farbe lassen ihn wieder in frischem Blau erstrahlen. Die Farben Blau und Gelb spielen zukünftig eine herausragende Rolle im Freibad am Ländchen. Sie sind die Farben des Trägervereins. „Auf Dauer wird das Rot-Braun verschwinden, die Holzträger werden in einem lichten Blau gestrichen“, verrät Vorstandsmitglied Ernst-Walter Siepmann und zeigt auf ein Tragelement, das schon einmal probeweise angestrichen worden ist, um die Wirkung beurteilen zu können.

In den nächsten Tagen soll mit dem Befüllen der Becken begonnen werden, am 23. Mai darf auch wieder Wasser ins Schwimmer fließen. Rund 1200 der insgesamt 3000 Kubikmeter Wasser können dem Vorwärmebecken oberhalb des Schwelmebades entnommen werden. Das spart Geld. Damit sind wir bei den Finanzen des Trägervereins. Ein Saisonstart ist nicht nur ein personeller, sondern immer auch ein finanzieller Kraftakt, der gut und gerne 15 000 Euro verschlingt. Allein die Wartung der Chlorgasanlage beläuft sich auf 7000 Euro. Und die Wasserrechnung der AVU ist wegen der benötigten Mengen auch nicht von schlechten Eltern.

Bis Juni sollen auch die Außenwände der Umkleide neu erstrahlen – durch ein Angebot von Graffiti-Künstlern. Leider müssen dadurch die vorhandenen, aber in die Jahre gekommenen Schüler-Kunstwerke weichen. „Wir werden sie alle fotografieren und dadurch auf unserer Homepage weiter leben lassen“, verspricht Siepmann.

Ein „neuer“ alter Brennwert-Heizkessel (190 kW) – vor dem Abriss aus der alten Pestalozzischule gerettet – wird in dieser Saison für warmes Duschwasser sorgen und kann von der Kapazität her auch das Beckenwasser erwärmen. Die Inbetriebnahme der beiden Blockheizkraftwerke wird allerdings noch auf sich warten lassen. In Zusammenarbeit mit der AVU arbeitet der Trägerverein an einer Lösung. Doch auch hier spielt das liebe Geld eine entscheidende Rolle. Auf rund 200 Euro pro Tag schätzt Ernst-Walter Siepmann die Heizkosten.

Ellenlange Wunschliste

Auf der nicht enden wollenden Wunschliste der Bürgerbadbetreiber steht auch eine Folierung des Schwimmers (ca. 50 000 Euro) und eine Abdeckung für die Becken, „damit uns nachts keine Wärme verloren geht, weniger Wasser verdunstet und weniger Dreck ins Wasser fällt“, sagt Siepmann. Doch Priorität hat für den Vorsitzenden erst einmal der Eröffnungstermin. Allerdings hat sich bei ihm noch die Erfahrung aus dem letzten Jahr tief ins Gedächtnis eingebrannt. Damals habe man zu früh geöffnet, das Wetter sei miserabel gewesen, die Besucher ausgeblieben. „2014 war das zweitschlechteste Jahr für uns mit kaum mehr als 10 000 Gästen. Im Jahr davor waren es noch 30 000.“