Ein kleiner Pavillon mit bewegter Geschichte

Halten Stadtgeschichte fest: Karl-Heinz Gockel, Hans-Gerd Bangert, Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen, Klaus Rüggeberg und Theo Bicking (von links) mit der Tafel, die historische Bilder und Erläuterungen zu den Häusern Nr. 21 bis 25 auf der gegenüberliegenden Seite der Voerder Straße darstellt.
Halten Stadtgeschichte fest: Karl-Heinz Gockel, Hans-Gerd Bangert, Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen, Klaus Rüggeberg und Theo Bicking (von links) mit der Tafel, die historische Bilder und Erläuterungen zu den Häusern Nr. 21 bis 25 auf der gegenüberliegenden Seite der Voerder Straße darstellt.
Foto: WP

Ennepetal..  Nummer fünf steht. Gestern enthüllten Vertreter des Heimatvereins Milspe gemeinsam mit Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen ein Schild, das in Wort und Bild die Geschichte der Häuser Voerder Straße 21 bis 25 und des bekannten Pavillons erzählt. Der Heimatverein setzt damit seine Initiative fort, an Plätzen und Gebäuden im Bereich der Fußgängerzone vor allem den Jüngeren zu zeigen, wie es dort einmal ausgesehen hat.

Besonders verändert hat sich das Haus Nummer 21. Dort war einst die Drogerie Hermann Fischer beheimatet. Sie wurde durch ein Feuer zerstört. Seit Jahren ist ein Neubau an dieser Stelle in Arbeit.

Dank an Hans-Gerd Bangert

Im benachbarten Haus Nr. 23, das früher August Schmale gehörte, waren unter anderem die Bäckerei Michel, das Schuhgeschäft Christ, Blumen Andrea Steden zu finden. Weitere kleine Geschäfte hielten sich nicht auf Dauer. Heute hat dort ein Steuerberater sein Büro. Im rechten Teil des Hauses waren das Möbelgeschäft Schmale, später Eisenwaren Winterhoff und Elektro Enten angesiedelt. Heute hat die Provinzial Versicherung dort ihr Büro.

Im Haus Vorder Straße 25, Eigentümer Paul Wüllner, ist die Christliche Gemeinde mit Bücherei und Lesestube zu Hause. Der daneben liegende Pavillon blickt auf eine besonders bewegte Geschichte. Ende der 20er Jahre verkaufte Karl Hossfeld dort Obst und Gemüse. Sein Nachfolger Otto Heringhaus stieg auf Tabakwaren um. Weil er an andere Stelle einen Busreisedienst eröffnete, übergab er den Kiosk an Peter Alfs, der das Geschäft bis zu seiner Inhaftierung und späteren Ermordung durch die Nazis führte. Danach übernahm seine Tochter das Geschäft. Nach ihrem Tod waren die Brotkate Bahr, ein Wollgeschäft, Obst und Gemüse, ein Puppenladen und einiges mehr in dem kleinen Bau beheimatet. Heute ist dort ein Nagelstudio zu finden.

Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen bedankte sich beim Heimatverein Milspe, der das Schild ohne Sponsorenhilfe auf die Straße brachte, und überreichte dem „spirituellen Kopf“ der Initiative, Hans-Gerd Bangert, ein Fläschchen. Bangert erklärte, dass weitere Schilder in Planung sind. Das nächste wird voraussichtlich im Juni in Höhe des Raumausstatter-Geschäfts Kleine angebracht. Bisher stehen Schilder an der Sonnen-Apotheke, am Minna-Schmidt-Idar-Platz, an der Sparkasse und an der Brücke zwischen Kluterthöhle und Haus Ennepetal.