Ein Indianerüberfall am Neuen Forsthaus

Bürgermeister Claus Jacobi fiel unter die Indianer.
Bürgermeister Claus Jacobi fiel unter die Indianer.
Foto: Frank Schmidt

Gevelsberg..  Vorsichtig durchteilen die Arme des Bürgermeisters, der auf Zehenspitzen vorangeht, den Wald oberhalb des Neuen Forsthauses in Gevelsberg. „Wir werden beobachtet“, spürt Claus Jacobi, dass Blicke auf Waldpädagogin Stefanie Benz-Beckmann und ihn gerichtet sind. Doch es ist weit und breit niemand zu sehen. Als das Stadtoberhaupt und seine Begleitung gestern dann schließlich eine Lichtung erreichen, stürmen die Kinder von allen Seiten mit lauten Indianerrufen aus dem Dickicht: Der Oberhäuptling ist da!

„Wir bauen ein Indianerdorf“, lautet das Motto im Abenteuer-Camp des Gevelsberger Ferienspaßes, und 30 Kinder, begeben sich mit Begeisterung auf Winnetous Spuren. Es ist der letzte Tag im Camp, und der Bürgermeister ist gekommen, um zu erfahren, was die sechs- bis zwölfjährigen Dötze in den vergangenen Tagen erlebt und geleistet haben.

Tanz um den Bürgermeister

Zunächst aber wird Jacobi in die Mitte genommen und mit lautem Geheul umtanzt. Um den Marterpfahl kommt der Bürgermeister dann aber doch gerade noch herum. Stattdessen darf er die Ehrengaben der drei Indianerstämme „Zapfen“, „Stein“ und „Kastanie“ entgegennehmen. Eine blaue Feder ist dabei, ein Traumfänger, ein T-Shirt und sogar eine Schatzkarte. Ob im Rathaus allerdings wirklich „Nuggets“ versteckt sind, wird Claus Jacobi mit Hilfe des Katasteramtes prüfen müssen.

„Das ist doch herrlich, wenn die Kinder solche Abenteuer in der Natur erleben“, leuchten Claus Jacobis Augen vor Begeisterung mit. Alles, was die 30 Nachwuchs-Indianer innerhalb einer guten Woche gebaut und gebastelt haben, soll der Bürgermeister in Augenschein nehmen. „Die Kinder haben zum Beispiel Tipis gebaut, T-Shirts bemalt, einen Totempfahl gebaut und Traumfänger gebastelt“, berichtet Jana Wuttke vom städtischen Jugendzentrum, die gemeinsam mit Susanne Krause und Stefanie Benz-Beckmann für die Betreuung der Kinder verantwortlich ist.

„Am Nachmittag“, so Susanne Krause, „machen wir noch eine Schatzsuche, und morgen geht es zum Abschluss in den Wildwald Vosswinkel. Auch im Fort Fun sind wir schon gewesen.“ Ein Abenteuer folgt dem nächsten, und auch der kleine Ben ist wieder mit Feuereifer bei der Sache, nachdem er gerade noch ein paar Tränen verdrückt hat, weil er mit seinem Schuh in ein Matschloch getreten ist. „Du heißt jetzt ,Großer Schlammfuß’ vom Stamm der Schwarzfußindinaer“, tröstet der Bürgermeister, und Ben muss lachen. Hier im Abenteuercamp tragen alle Kinder Indianernamen – von „Großer Adler“ über „Weißer Tiger“ bis hin zu „Red Eye“ reicht die Fantasie.

Ein wunderbares Abenteuer

Schon haben Celina, Jassy, Philipp und Noel ein paar Molche entdeckt, die sie aufgeregt ihren Stammesbrüdern und -schwestern präsentieren. „Über den Spaß hinaus soll das Camp einen pädagogischen Effekt haben. Auf spielerische Weise lernen die Kinder etwas über Tiere und Pflanzen im Wald, aber auch über andere Kulturen und Lebensweisen“, erklärt Stefanie Benz-Beckmann vom Hegering. Für die mutigen Squaws und Indianer aber bedeutet dieses Ferienspaßangebot vor allem ein wunderbares, sommerliches Abenteuer!