Ein Haus der kleinen Forscher

"Haus der kleinen Forscher" darf sich Kindertagesstätte Körnerstraße der Awo Gevelsberg weiter nennen.
"Haus der kleinen Forscher" darf sich Kindertagesstätte Körnerstraße der Awo Gevelsberg weiter nennen.
Foto: WP

Gevelsberg..  In der AWo-Kindertagesstätte Körnerstraße kann jedes Kind tagtäglich zum Forscher werden. Dieses besondere Engagement hat der Einrichtung nun zum dritten Mal das Zertifikat „Haus der kleinen Forscher“ beschert.

Die Auszeichnung der Bundesstiftung hatte man erstmals vor sechs Jahren erhalten. Eine neuerliche Bewerbung mit Darlegung von Forschungsinhalten und entsprechender Bilderdokumentationen hat nun zur zweiten Bestätigung des Zertifikats geführt. Drei Erzieherinnen haben sich dazu weiterbilden lassen und dreiwöchige Seminare zu Forschungsspektren der Bereiche Wasser, Luft, Mathematik, Sprudelgase, Licht und Farben und deren pädagogischer Umsetzung absolviert.

Tag für Tag profitieren

„Die Mitarbeiter sind für die Forschungsangebote sensibilisiert worden, so dass das Forschen inzwischen ein fester Bestandteil des Kindergartenalltags geworden ist“, erklärt AWo-Bereichsleiterin Ulla Wacker, die der Kita die Zertifizierungsurkunde überreichte. Die bis sechsjährigen Kinder können Tag für Tag davon profitieren. In einer Forscherecke stehen die unterschiedlichsten Forschungsmaterialien wie Sammelbehälter, Abfüllflaschen, Trichter, Siebe und Schutzbrillen zur Verfügung.

„Der Spaß am Lernen soll im Vordergrund stehen, wobei wir die Forschungsaktionen neben speziellen Projekten in der Regel mit Alltagssituationen verknüpfen“, erläutert Projektleiterin Tanja Witte und nennt Naturentdeckungen auf dem Kindergartengelände, gemeinsame Waldspaziergänge oder auch zuhause Entdecktes als Ansatzpunkte der Forschungsaktivitäten. „Die unterschiedlichen Jahreszeiten machen wir uns dabei zu Nutze. Im November kam zum Beispiel ein Kind mit einem gefrorenen Blatt rein, dass wir dann direkt mit der ganzen Gruppe untersucht haben“, erklärt Kita-Leiterin Sandra Marcegaglia.

So können man aktuell Experimente mit Schnee machen, während im Sommer das Wachstum der Pflanzen, deren Verfärbungen oder die Entwicklung von Samenkörnern im Vordergrund stünden. Der Bandbreite der Entdeckungen sind keine Grenzen gesetzt. Wasser, Luft, Erde und Wetter stellen die Grundelemente der Wissensförderung dar. „Auch die ganz Kleinen können forschen. Hier wird dann zum Beispiel Matsch gefühlt und geformt“, verrät Marcegaglia.

Für die Größeren geht man komplexeren Fragen, wie Ameisen leben, wie viel ein Regentropfen wiegt oder welche Wolkenvorkommen es gibt, auf den Grund. Zudem werden die kleinen Forscher im Rahmen ihres Wissensdursts auch immer wieder künstlerisch aktiv, wobei stets Alltagsgegenstände verwendet werden. So sind bereits ein Backpulver speiender Vulkan, ein Wasser umwälzender Flaschentornado sowie eine durch Multivitamintabletten aktivierte Fotodosen-Rakete entstanden.

Begleitet werden die Aktionen von der „Ameise Fred“, dem Maskottchen der Nachwuchswissenschaftler. Auch die Eltern sollen stets in die Forschungsprojekte ihres Nachwuchses eingeweiht werden. So war im Vorjahr ein väterlicher Chemielaborant zu Gast und entführte die kleinen Hobbyforscher in die Welt der Sprudelgase. Auf dem letztjährigen Elternabend durften sich dann auch sämtliche Väter und Mütter als Forscher versuchen. Großer Forschungselan und viele erstaunte Gesichter ließen dabei erahnen, wie groß erst die Begeisterung des Nachwuchses sein muss.